Die Region Ostwestfalen/Südniedersachsen war in den letzten Jahren und Monaten oft wegen Brauereischließungen oder Insolvenzen in den Nachrichten. Ein Brauerei die bislang dieser Entwicklung zu trotzen scheint, ist aber die Privatbrauerei Ernst Barre aus Lübbecke. Das sie versucht mit immer wieder neuen Sorten am Puls der Zeit zu sein, beweist sie mit der Hellen Freude, einem Bier, das den aktuell so beliebten hellen Lagerbieren aus Bayern nachempfunden ist und praktisch die ostwestfälishe Antwort auf diesen meist doch eher mit Brauereien aus dem Südosten in Verbindung gebrachten Bierstil ist. Der Alkoholgehalt liegt bei 4,8%.
Zur Optik: Ein klar filtriertes, hellgoldenes Bier. Es hat einen sehr ordentlichen weißen Schaum.
Zum Geruch: Ein leicht getreidiger, sonst sehr neutraler Geruch kommt in die Nase.
Zum Geschmack: Ein Bier, das durchaus spritzig ist im Abgang aber auch etwas bitter. Das ist doch etwas ungewöhnlich für ein Helles. Das Bier wirkt auf jeden Fall sehr lebendig und ist doch etwas herber bzw. würziger als ein typisches Helles. Eine leichte Malzsüße am Gaumen ist aber dennoch auch auszumachen. Man hat ein Bier, das vor allem durch eine sehr lebendige Kohlensäure gekennzeichte ist. Es hat aber im Abgang durchaus eine herbe Nuance, die nicht von der Hand zu Weisen ist. Daneben wirkt es manchmal leicht säuerlich.
Zum Fazit: Eine doch fast eher norddeutsche, herbere Interpretation eines Hellen. Nicht schlecht und mit durchaus Charakter. Für den Bierstil vielleicht etwas zu viel, gerade wenn man als Biertrinker eine mildere Alternative zum Pils sucht. Von mir gibt es 3 Sterne.