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Shepherd Neame Bishops Finger

Erstmals 1958 gebraut habe ich auch im nächsten Biertest einen absoluten Klassiker der englischen Bierkultur. Es handelt sich um den Bishops Finger von Shepherd Neame aus der Grafschaft Kent. Seinen ungewöhnlichen Namen hat das Bier von den Schildern die im Mittelalter den Pilgern den Weg zum Dom von Canterbury wiesen und im Volksmund den Namen Bishops Finger erhielten. Ein weitere Besonderheit dieses Bieres ist es, das es laut Brauerei nur an einem Freitag und ausschließliche vom obersten Braumeister gebraut werden darf. Zudem verwendet die Brauerei für dieses Bier ausschließlich regionale Zutaten aus Kent und bezeichnet das Bier daher als „Kentish Strong Ale“. Ob man das Bier mit einem Alkoholgehalt von 5,2% nun wirklich als Strong Ale bezeichnen muss, weiß ich jetzt nicht unbedingt, wenn man sich aber die klassischen englischen Cask Ales anschaut, trifft dies aber durchaus zu.

Zur Optik: Ein rotbraunes, klar filtriertes Bier. Es hat einen ganz ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Es riecht sehr sehr brotig und hat auch einen ganz leichten röstigen Einschlag. Dazu kommt noch etwas karamelliges und ein bisschen Beere oder Nuss

Zum Geschmack: Ein Bier, das im ersten Eindruck etwas röstige Noten hat. Aber auch herbe Noten des Hopfens sind dabei, die sich dann im Nachgang dezent ausbreiten. So entsteht auch ein leicht trockener Abgang. Auch im weiteren Trinkverlauf ist es ein bisschen ein röstriges Bier mit etwas karamelligen Noten. Es bleibt zudem ein Bier mit einem doch bestimmten aber dezenten Hopfenaroma. Insgesamt ist es ein vollmundiges aber im Körper aber nicht zu kräftig.

Zum Fazit: Von mir bekommt das Bier eine Wertung von 4 Sterne. Ich finde es einen wirklich guten Vertreter typischer englischer Ales mit eben etwas mehr Körper und damit auch geschmacklicher Tiefe.

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Wettelsheimer Wet Pils

Als nächstes Bier folgt nun das Wet Pils der Brauerei Strauß aus dem unterfränkischen Wettelsheim. Der Alkoholeghalt liegt bei 5%.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, goldeenes Bier. Es hat eine ganz passablen weißen Schaum.

Zum Geruch: Ein dezent hopfiges, etwas floraler Duft.

Zum Geschmack: Im ersten Eindruck hat man ein Bier, dass doch insgesamt sehr dezent ausfällt. Es ist ganz leicht bitter und hat etwas keksige Malzanflüge, ansonsten ist es geschmacklich eher mild. Auch leicht buttrige Noten, die man von böhmischen Pilsbieren kennt lassen sich erahnen. Auch die Kohlensäure ist etwas zurückhaltend und dürfte gerne noch etwas mehr sein.

Zum Fazit: Von mir bekommt das Bier eine Wertung von 3 Sternen. Ganz solides Bier, aber etwas zu mild und nicht „pilsig“ genug.

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Wells Bombardier Amber

Dem legendären britischen Boxer Billy Wells im Volksmund auch als Bombardier bekannt wurde mein folgendes Testbier gewidmet. Neben seinen Erfolgen im Schwergewichtsboxen hat sich Billy Wells aber auch als Kanonier in der britischen Armee verdient gemacht, was ihm im übrigen auch seinen Spitznamen einbrachte. Erstmals gebraut wurde das Bier im Jahre 1980 von der Charles Wells Brewery aus Bedford, welche in den letzten Jahren eine bewegte Geschichte hinter sich hat. Die begann, als sich die 1876 gegründete Brauerei 2006 mit der Londoner Youngs Brewery zusammenschloss. 2017 wiederum entschloss man sich, fast seine gesamten Brauaktivitäten inklusive sämtlicher Markenrechte an Martsons zu verkaufen. Seither besteht Charles Wells nur noch als Pubbetreiber mit über 200 angeschlossenen Lokalen. Zur Versorgung dieser entschloss man sich aber in Bedford eine kleine Braumanufaktur, den Brewpoint zu bauen, in welchem nun exklusiv in den Wells Pubs erhältliche Spezialbiere gebraut werden. Die nun Eagle Brewery genannte ehemalige Wells Brewery ist aber nach wie vor in Betrieb, zunächst genutzt von Marstons, nach einem Verkauf seit 2022 von der spanischen Brauerei Damm. Das bemerkenswerte an dieser Übernahme ist, dass die Brauerei schon davor das bekannte Bier Estrella Damm exklusiv für den britischen Markt nach Originalrezept herstellte. Das Bombardier wird zwar auch dort gebraut, die Markenrechte verblieben aber bei Marstons. Stilistisch ist das Bier ein Amber Ale mit einem Alkoholgehalt von 4,7%. Das interessante ist, dass dieser Alkoholgehalt nur für das Flaschenbier gilt. Beim Fass bzw. Dosenbier liegt dieser mit 4,1% bzw. 4,3% doch schon etwas darunter.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, rotbraunes Bier. Es hat einen sehr schnell verfliegenden Schaum.

Zum Geruch. Das Bier riecht leicht röstig und hat einen etwas keksigen und karamelligen Duft.

Zum Geschmack: Ich habe ein Bier mit einem etwas bitteren Geschmack und eher dünnem Körper. Der Abgang ist aber leicht röstig. Das Bier ist durchaus ausgeglichen. Es ist etwas röstig und auch durchaus ausgeglichen. Dazu kommt ein durchaus karamelliger Einschlag im Abgang. Auch der Hopfen passt ganz gut. Was aber am meisten stört ist der doch etwas dünne Körper, der dann auch dafür sorgt das es etwas zu sehr ins wässrige gleitet.

Zum Fazit: Das Bier ist etwas dünn, aber hat durchaus auch, vor allem an Afang, Geschmack zu bieten. Vor allem Röst und Karamellnoten überzeugen hier. Von mir gibt es eine Wertung von 3 Sternen.

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Hellers Pils

Als nächstes Bier steht nun das Pils der Brauerei Heller aus Herzogenaurach auf der Agenda. Der Alkoholgehalt dieses fränkischen Bieres ist mit 5,3% für ein Pils doch recht hoch.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, goldenes Bier. Der Schaum des Bieres ist eher unspektakulär.

Zum Geruch: Leicht hopfig, sonst nicht besonders auffällig.

Zum Geschmack: Im ersten Eindruck habe ich ein doch hopfenbetontes Bier, das bitter ist, aber zugleich auch aromatisch. Es ist im Antrunk zunächst etwas zurückhaltend, wird dann aber im Ab- und Nachgang ordentlich bitter. Man hat ein Bier mit einem schönen aromatischen Malz und Hopfenaroma im Geschmack mit einem für ein Pils ungewöhnlich kräftigen Körper. Es bleibt auch im weiteren Trinkverlauf ein durchaus hopfenaromatische Pils, das nicht zu bitter wird.

Zum Fazit: Ein geschmackvolles, nicht unbedingt stiltypisches Pils mit ungewohnt kräftigem aber gehaltvollen Malzkörper. Mich überzeugt es und daher bekommt es auch eine Wertung von 4 Sternen.

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Herrnbräu Gold

Ein laut Website mildes, untergäriges Spezialbier, das für mich den Eindruck macht, als dass es gezielt für Partys und Clubs zum aus der Flasche trinken konzipiert wurde, ist nun mein nächstes Testbier. Die Rede ist vom Herrnbräu Gold aus Ingolstadt. Der Alkoholgehalt liegt bei 4,9%.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, sehr hellgoldenes Bier. Es hat einen ganz ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Ein getreidiger, herber Duft.

Zum Geschmack: Ich habe ein Bier, dass im ersten Eindruck sehr sehr mild ist. Man hat eine gewisse Malzsüße, mehr ist hier aber wirklich geschmacklich nicht los. Der Nachgang ist daher eher nichtssagend. Die Kohlensäure prickelt angenehm und ist erfrischend ohne das es zu viel wirkt. Auch im weiteren Trinkverlauf hat man ein Bier, das sehr mild ist und nur einen ganz leicht bitteren Abgang hat. Dazu kommt eben eine ganz kleine Prise von süßen Malznoten. Der körper ist entsprechend schwach ausgeprägt und etwas wässrig.

Zum Fazit: Ein wirklich sehr mildes, nichtssagendes Bier. Es tut niemandem weh, ist aber wirklich geschmacklos und dünn. lediglich die Kohlensäure macht es etwas süffig. Von mir gibt es 2 Sterne.

Veröffentlicht in 3-Sterne

Hatz Hefeweizen Hell

Die Biere der Marke Hatz werden seit der Fusion mit der Brauerei Moninger im Jahre 2010 nicht mehr in Rastatt, sondern am dortigen Standort im Karlsruher Stadtteil Grünwinkel gebraut. Unter anderem auch das helle Hatz Hefeweizen. Der Alkoholgehalt liegt bei 5,2%.

Zur Optik: Ein naturtrübes, bernsteinfarbenes Bier. Es hat einen ganz ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Ein getreidiges, leicht fruchtiges Aroma. Es hat diese typischen Fruchtnoten von Banane und Pflaume.

Zum Geschmack: Im ersten Eindruck ist es zunächst ein Bier mit etwas kernigen Noten, dass vor allem am Gaumen auch etwas von seinem leicht fruchtigen Aroma entfaltet. Im Antrunk ist es getreidig und leicht sprudelig, spritzig. Im Abgang kommt dann eine schöne Frucht mit Banane und auch etwas Vanille. Auch im weiteren Trinkverlauf ist es ein Bier, mit einem durchaus süßlichen Antrunk, welcher dann in einen kernigen Geschmack und einen leicht kratzenden Abgang übergeht und im Nachgang dann süßlich bananig wird und das auch bleibt.

Zum Fazit: Solides, sehr bananiges Weizenbier. Für meinen Geschmack hat das Bier etwas zu viel Frucht und Hefe. Daher bekommt es eine Wertung von 3 Sternen.

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Franekenbräu Muswiesen Gribbl Bier

Am 9.10. ist es wieder so weit, dann startet die diesjährige Muswiese in Musdorf. Die Muswiese ist das größte und älteste Volksfest der Region Hohenlohe, deren Anfänge bis ins Mittelalter zurückreichen. Das Fest selbst entwickelte sich aus der Walfahrt zu dortigen Kirche St. Michael und fand dementsprechend immer rund den Michaelstag am 29. September statt. Nun steht dieses Fest also wieder vor der Tür und natürlich gibt es dort auch das ein oder andere Bier im Ausschank, vor allem jenes von Frankenbräu aus Riedbach. Diese braut für diesen Anlass das Muswiesen Gribbl Bier. Als Gribbl werden traditionell die einheimischen Festgänger bezeichnet, wobei man unter dieser Bezeichnung gerade in dieser Region durchaus auch andere, nicht so nette Sachen versteht. Der Alkoholgehalt liegt bei 4,9%.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, goldenes Bier. Es hat einen ganz ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Ein leicht süßmalziges Aroma habe ich in der Nase.

Zum Geschmack: Ich habe ein Bier, dass sehr erfrischend ist und bei dem im Nachgang leicht süßliche Noten im Mundraum hervorkommen. Es prickelt schön und ist auch etwas würzig, jedoch fehlt es dem Bier insgesamt etwas an Substanz und auch Körper. Das Bier ist zudem leicht würzig am Gaumen, aber weder zu süßlich noch besonders bitter. Die Kohlensäure macht das Bier sehr lebendig und auch süffig. Insgesamt finde ich es für ein Festbier aber etwas dünn.

Zum Fazit: Von mir bekommt das Bier eine Bewertung von 3 Sternen. Es ist süffig, durchaus auch etwas würzig, aber es fehlt etwas die Tiefe im Geschmack. Insgesamt aber als Festbier ganz gut geeignet, da nicht zu schwer und malzig.

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Binkert Amber Spezial

Als nächstes testbier reiht sich das Amber Spezial vom Brauhaus Binkert ein, das einen Alkoholgehalt von 5,9% hat.

Zur Optik: Ein trübes, bernsteinfarbenes Bier. Es hat einen durchaus passablen weißen Schaum, der aber schnell wieder verschwindet.

Zum Geruch: Ein fruchtig würziger Geruch. Es hat etwas das sehr in Richtung Mandarine geht. Dazu leicht brotige Nuancen und Karamell.

Zum Geschmack: Das Bier ist etwas bitter und hat einen leicht fruchtigen Abgang. Dazu ist es aber auch harzig bis kräutrig in seiner Hopfung. Es ist hopfig würzig und hat Anflüge, die in die Richtung Mandarine oder Orange gehen. Dazu ist es wirklich gut harzig und auch lange im Nachgang präsent. Auch Karemellnoten und etwas Nuss ergänzen den Geschmack.

Zum Fazit: Von mir bekommt das Bier eine Wertung von 4 Sternen. Ein wirklich mehr als solides und süffiges Bier, das auch einen leckeren und abwechslungsreichen, etwas anderen Geschmack hat. Geschmacklich in der Richtung klassischer englischer Alebiere.

Veröffentlicht in 3-Sterne

Pillmeier Weizen

Das es in Bayern nicht nur alteingesessene Traditionsbrauereien gibt, sondern sich auch junge Menschen mit einer eigenen Brauerei in einem inzwischen recht schwierigen Markt in die Selbstständigkeit wagen zeigt nun mein nächster Biertest. Dort stelle ich das Weizenbier der erst 2018 gegründeten Pillmeier Bräu aus Langquaid vor. Gegründet wurde die Brauerei von Armin und Karin Pillmeier, die die Brauerei auf ihrem eigenen Hof einrichteten und sich damit einen lange gehegten Traum erfüllten. Wie erwähnt widme ich mich heute dem Weizen, das einen Alkoholgehalt von 5% hat.

Zur Optik: Ein naturtrübes, hellorangenes Bier. Es hat einen sehr ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Ich habe ein Bier, mit einem doch eher hefigen, getreidigen, etwas bananigen Geruch.

Zum Geschmack: Das Bier wirkt sehr kräftig im Körper und hat einen etwas hefigen Abgang. Man schmeckt eine leichte Banane. Mir fällt beim Bier vor allem seine durchaus hohe Kohlensäurekonzentration auf, sodass es auf mich einen sehr spritzigen Eindruck macht. Das Bier zeichnet sich durchaus auch durch eine gewisse Würze am Gaumen aus, die auch etwas nachhängt. Dazu hat man aber auch etwas hefige Noten, die ich aber als etwas zu viel empfinde.

Zum Fazit: Von mir bekommt das Bier eine Bewertung von 3 Sternen. Ein solides Weizen, dass mir geschmacklich aber zu hefig ist.

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Kapplerbräu Export hell

Eine der beiden Brauereien aus dem bayerischen Altomünster ist Kapplerbräu. Deren beliebtestes Bier ist das Export Hell, das 2012 sogar Gold beim European Beer Star Award erlangte. Der Alkoholgehalt des Bieres liegt bei 5,2%.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, hellgoldenes Bier. Es hat einen sehr ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Getreidig, brotig ist der Duft in der Nase.

Zum Geschmack: Ich habe ein sehr erfrischendes Bier mit einem kräftigen, leicht süßlichen Malzkörper. Das Bier ist sehr süffig und hat einen etwas würzigen Abgang. Süßliche Getreidenoten, die auch im Nachgang im Mund bleiben überwiegen hier aber. Das Bier hat einen schönen runden Gesamteindruck mit schöner Malzaromatik, die bis in den Abgang bestehen bleibt und das Bier sehr gut abrundet. Hopfen ist nur leicht vorhanden.

Zum Fazit: Ein wirklich gutes Exportbier, das den Gold Award zu Recht gewonnen hat. Ich habe nicht viel auszusetzen und daher bekommt das Bier von mir eine Wertung von 5 Sternen.