Seit gestern herrscht traurige Gewissheit. Die Rettung der Eichbaum Brauerei ist trotz intensiver Bemühungen gescheitert. Damit stellt nach fast 347 Jahren auch die letzte Mannheimer Traditionsbrauerei ihren Betrieb ein. Nachdem die Brauerei, die schon seit Beginn des Ukrainekriegs mit erheblichen Absatzrückgängen zu kämpfen hatte, im Oktober einen Insolvenzantrag stellen musste, sah zuletzt eigentlich alles nach einer Rettung, wenn auch mit großem Personalabbau, durch den Einstieg von neuen Investoren, aus. Da schlussendlich aber einfach die liquiden Mittel für eine Fortführung fehlten, scheiterten die Gespräche und das Ende der Brauerei ist damit wohl leider besiegelt. Die ganz großen Zeiten sind bei Eichbaum ohnehin schon lange vorbei. War man früher Teil verschiedener Braugruppen und damit auch mit der Marke Eichbaum weit über das Stammgebiet hinaus in den Getränkemärkten vertreten, schrumpfte man die letzten Jahre doch enorm und das Eichbaum Bier war nunmehr eigentlich fast nur noch im weitläufigen Mannheimer Umland erhältlich. Die freien Kapazitäten versuchte man mit allerhand Lohnbrauaufträgen zu füllen, vor allem mit Exportware für den russischen und den chinesischen Markt. Diese Exportabhängigkeit war letztendlich auch einer der wesentlichen Gründe für den wirtschaftlichen Niedergang, wenngleich bei Weitem nicht der einzige. Das Bier selbst hatte auch nicht unbedingt den allerbesten Ruf, obwohl es dennoch tief in Mannheim verwurzelt war. Auch ich habe schon das ein oder andere Bier von Eichbaum hier vorgestellt und auch mich haben die Bier nicht unbedingt vom Hocker gehauen. In Erinnerung schwelgend gibt es nun aber das Eichbaum Pilsener mit einem Alkoholgehalt von 4,9%. Denn noch sind die Biere der Brauerei erhältlich und auch die bereits produzierte Ware wird wohl abverkauft werden.
Zur Optik: Ein klar filtriertes, goldenes Bier. Es hat einen ganz ordentlichen weißen Schaum.
Zum Geruch: Ein getreidig, karamellig bis leicht buttrig, hopfiges Aroma.
Zum Geschmack: Man hat ein Bier, dass im ersten Eindruck durchaus herb ist. Dennoch zeigen sich am Gaumen auch leicht malzige Noten. Es wirkt eigentlich ganz rund und stimmig. Auch im weiteren Trinkverlauf ist es ein Bier, dass durchaus eine gewisse Herbe mitbringt. die aber bei weitem nicht besonders nachhaltig ist sondern sich eher etwas mild gestaltet. Es hat zudem diesen keksigen leicht buttrigen Geschmack, den man öfter bei Pilsbieren findet. Etwas schmeckt der Hopfen leider auch nach Extrakt und Metall.
Zum Fazit. Das Ureich ist meiner Meinung nach das bessere Bier. Dieses hier würde ich als eher feinherb bzw. eher milderes Pils beschreiben. Es hat schon seine Schwächen, wenngleich es sich durchaus trinken lässt. Ich persönlich müsste es aber auch nicht unbedingt ein weiteres Mal verkosten. Standard Pils, dass sich nicht groß von den meisten anderen Fernsehpilsnern unterscheidet. 2 Sterne.