Dem legendären britischen Boxer Billy Wells im Volksmund auch als Bombardier bekannt wurde mein folgendes Testbier gewidmet. Neben seinen Erfolgen im Schwergewichtsboxen hat sich Billy Wells aber auch als Kanonier in der britischen Armee verdient gemacht, was ihm im übrigen auch seinen Spitznamen einbrachte. Erstmals gebraut wurde das Bier im Jahre 1980 von der Charles Wells Brewery aus Bedford, welche in den letzten Jahren eine bewegte Geschichte hinter sich hat. Die begann, als sich die 1876 gegründete Brauerei 2006 mit der Londoner Youngs Brewery zusammenschloss. 2017 wiederum entschloss man sich, fast seine gesamten Brauaktivitäten inklusive sämtlicher Markenrechte an Martsons zu verkaufen. Seither besteht Charles Wells nur noch als Pubbetreiber mit über 200 angeschlossenen Lokalen. Zur Versorgung dieser entschloss man sich aber in Bedford eine kleine Braumanufaktur, den Brewpoint zu bauen, in welchem nun exklusiv in den Wells Pubs erhältliche Spezialbiere gebraut werden. Die nun Eagle Brewery genannte ehemalige Wells Brewery ist aber nach wie vor in Betrieb, zunächst genutzt von Marstons, nach einem Verkauf seit 2022 von der spanischen Brauerei Damm. Das bemerkenswerte an dieser Übernahme ist, dass die Brauerei schon davor das bekannte Bier Estrella Damm exklusiv für den britischen Markt nach Originalrezept herstellte. Das Bombardier wird zwar auch dort gebraut, die Markenrechte verblieben aber bei Marstons. Stilistisch ist das Bier ein Amber Ale mit einem Alkoholgehalt von 4,7%. Das interessante ist, dass dieser Alkoholgehalt nur für das Flaschenbier gilt. Beim Fass bzw. Dosenbier liegt dieser mit 4,1% bzw. 4,3% doch schon etwas darunter.
Zur Optik: Ein klar filtriertes, rotbraunes Bier. Es hat einen sehr schnell verfliegenden Schaum.
Zum Geruch. Das Bier riecht leicht röstig und hat einen etwas keksigen und karamelligen Duft.
Zum Geschmack: Ich habe ein Bier mit einem etwas bitteren Geschmack und eher dünnem Körper. Der Abgang ist aber leicht röstig. Das Bier ist durchaus ausgeglichen. Es ist etwas röstig und auch durchaus ausgeglichen. Dazu kommt ein durchaus karamelliger Einschlag im Abgang. Auch der Hopfen passt ganz gut. Was aber am meisten stört ist der doch etwas dünne Körper, der dann auch dafür sorgt das es etwas zu sehr ins wässrige gleitet.
Zum Fazit: Das Bier ist etwas dünn, aber hat durchaus auch, vor allem an Afang, Geschmack zu bieten. Vor allem Röst und Karamellnoten überzeugen hier. Von mir gibt es eine Wertung von 3 Sternen.