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Schwalm Bräu Ur-Typ

Das Schwalmer Land oder einfach auch nur die Schwalm ist eine Landschaft in Nordhessen, deren Bewohner über eine sehr eigene Kultur verfügen die sich vom Umland teilweise erheblich abhebt und bis heute noch auf viele Festen zelebriert wird. Eigene Trachten, Bräuche und Mundart inklusive. Zentrum der Schwälmer Kultur ist die 1972 aus der Fusion der Städte Treysa und Ziegenhain entstandene Stadt Schwalmstadt. Dort hat auch die 1920 gegründete Privatbrauerei Friedrich Haaß ihren Sitz die ihre Biere unter dem Namen Schwalmbräu vertreibt. Seit 5 Generation wird die Brauerei schon von Mittgliedern der Familie Haaß geführt und damit immer noch von unmittelbaren Nachkommen von Friedrich Haaß, der die Brauerei 1890 erwarb. Ich verkoste heute den Urtyp, der mit seinem Alkoholgehalt von 4,8% an ein Helles erinnert.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, goldenes Bier. Es hat einen ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Ein hopfig frischer Pilsgeruch den man hier in der Nase hat.

Zum Geschmack: Ich habe ein sehr frisches und leichtes Bier, das mit einer durchaus etwas prickelnden Hopfennote zu überzeugen weiß. Das Bier ist etwas würzig hopfig, ist geschmacklich aber dennoch recht leicht und einigermaßen bekömmlich. Man hat ein durchaus würziges und auch frisches Bier im Geschmack mit etwas schlankem und dennoch passenden Körper. Es zeichnet sich bis zum Ende durch eine gute Würzung aus, die ihm aber keinesfalls einen Pilscharakter verleiht.

Zum Fazit: Ein würzig schlankes Bier, das dennoch auch etwas malzige Noten hat. Es könnte aber noch etwas mehr Substanz im Körper haben und so kommt es für mich auf 3 Sterne.

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Hebendanz Posthalter

Das Posthalter Lagerbier von der Brauerei Hebendanz aus Forchheim wird im Blog als nächstes getestet werden. Der ungewöhnliche Name des Bieres weißt auf die Vergangenheit der Brauerei als Posthalterei hin. Posthaltereien waren Orte, an denen die Postkutscher Wagen und Pferde wechseln konnten. Oft boten sie den Mitreisenden dieser Kutschen auch Verpflegung und Übernachtungsmöglichkeiten an. So entstanden aus viele Posthaltereien Gasthäuser. Das Lagerbier der zweitältesten Forchheimer Brauerei kommt auf einen Alkoholgehalt von 5%.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, goldenes Bier. Es hat einen ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Das Bier hat einen brotgen, etwas karamelligen Geruch in der Nase.

Zum Geschmack: Ich habe ein Bier, das einen leicht karamelligen Abgang hat, mit durchaus auch leicht herben Noten. Dazu zeigt sich eine doch dezente Fruchtigkeit mit einem schönen Apfel. Ich finde das Bier hat sogar etwas von kandiertem Apfel. Die Kohlensäure ist hier aber eher gering. Das Bier ist insgesamt durchaus süffig, aber es hat auch eine etwas bittere Note im Abgang, die ganz leicht alkoholisch schmeckt. Insgesamt ist ein malzig dominiertes Bier, das aber über ein weiches Mundgefühl verfügt. Das Bier zeigt sich sehr süffig die die gute passende Kohlensäure und wird im Abgang von feinherben Hopfennoten abgerundet. Insgesamt gefallen mir diese süßlichen Noten vor allem sehr gut, da sie auch etwas fruchtig nach Apfel schmecken.

Zum Fazit: Ein sehr gutes und süffiges Lagerbier, das nicht zu süß schmeckt. Es hat eine schöne Malzsüße die deutlich mehr noch ins fruchtige geht. Dazu wird aber alles von einem guten fein-würzigen Hopfen im Abgang abgefangen und abgerundet. Ich vergebe hierfür 4 Sterne.

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Brewdog Zwickl Helles

Das naturtrübe helle Lagerbier von Brewdog Berlin, welche inzwischen die von Stone Brewing neu eröffnete Braulocation im alten Gaswerk in Berlin-Mariendorf übernommen haben und bis heute betreiben, wird mein nächstes Testbier sein. Der Alkoholgehalt liegt bei 5%.

Zur Optik: Ein mitteltrübes, hellgoldenes Bier. Es hat einen ganz ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Ein leicht getreidiges, aber vor allem fruchtiges Aroma, das mich an Äpfel und Birnen erinnert.

Zum Geschmack: Im ersten Eindruck ist es ein sehr erfrischendes und fruchtiges Helles Bier. Es prickelt nur leicht herb am Gaumen. Auf mich macht es grundsätzlich einen sehr sehr süffigen Eindruck. Es ist nur leicht herb und hat ansonsten dieses fruchtig süßliche Aroma. Der Abgang ist leicht aromatisch und etwas wässrig, hat jedoch immer diese fruchtig malzige Note.

Zum Fazit: Ein wirklich sehr schönes Bier mit guter fruchtiger Note. Ich finde es in Teilen ein wenig wässrig, was aber ansonsten nicht weiter schlimm ist. Ich gebe dem Bier 4 Sterne.

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Starkenberger Märzen

Für meinen nächsten Biertest geht es nach Tarrenz in Tirol. Von der Starkenberger Schlossbrauerei werde ich das Märzen verkosten, sozusagen das Äquivalent zum deutschen Hellen. Der Alkoholgehalt liegt bei 4,9%.

Zur Optik: Ein bernsteingoldenes, klar filtriertes Bier. Es hat einen sehr ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Ein eher brotiger Geruch. Man riecht besonders die getreidigen Nuancen.

Zum Geschmack: Ein sehr süffiges Bier mit einer ausgeprägten Malznote im Abgang. Ab und an prickelt das Bier durchaus auch etwas. Der Hopfen kommt etwas wenig durch, bzw. hält sich sehr deutlich zurück. Die Kohlensäure sprudelt recht ordentlich und macht das Bier recht süffig. Ein insgesamt etwas nussiges Bier im Aroma. Ansonsten ist es sehr gut trinkbar.

Zum Fazit: Das Bier ist wirklich ganz ok und süffig. Es lässt sich gut trinken, aber es wäre etwas übermäßig dieses Bier in den Himmel zu loben, dafür wäre es dann doch etwas zu generisch. Von mir gibt es dafür 3 solide Sterne.

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Heller Hell Export

In meinem Archiv an geschriebenen Rezessionen häufen sich, in letzter Zeit leider immer mehr, Rezessionen zu Bieren, deren Brauerei leider nicht mehr existiert. Oft findet sich zwar noch eine Brauerei, die zumindest daran Interessiert ist die Marke zu übernehmen um dann einzelne Biere weiterhin zu brauen, sodass diese nicht immerhin nicht ganz vom Markt verschwinden. Leider ist dies aber auch nicht immer der Fall, wie zum Beispiel bei meinem folgenden Testbier von der Brauerei Heller aus Herzogenaurach. Ende 2021 beschloss der Inhaber der Brauerei, diese aus privaten Gründen aufzugeben und stellte den Braubetrieb ein. Zwar gibt es den Brauereigasthof noch immer, dort werden aber inzwischen Biere einer anderen Brauerei ausgeschenkt. Im folgenden Beitrag möchte ich meine Notizen zum Hellen Export von Heller präsentieren, das einen Alkoholgehalt von 5,3% hatte.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, hellgoldenes Bier. Es hat einen ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Ein sehr sehr süßliches und dennoch getreidiges Aroma habe ich hier in der Nase. Man hat schöne keksige Noten in der Nase und etwas von Biskuit.

Zum Geschmack: Im ersten Eidnruck habe ich ein Bier mit schöner Geschmackasaromatik, die teilweise auch eine schöne keksige Note aufweist. Dieses schöne Biskuitaroma ist auch im Nachgang noch etwas präsent. Es zeigt sich ein Bier mit einer doch recht annehbaren Malznote, die aber im weiteren Trinkverlauf etwas herber wird, aber auch trotzdem noch einen urig würzigen Charakter hat.

Zum Fazit: Eigentlich ein gutes, würzig malziges Exportbier wie es sein sollte. Es ist keine Geschmacksexplosion, aber mehr als solide bis wirklich sehr gut. Ich gebe ihm 4 Sterne. Schade es die Biere nicht mehr gibt.

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Karmeliter Bayerisch Hell

Nachdem die Karmeliterbrauerei aus Salz in Unterfranken mitte letzten Jahres geschlossen hatte, wurden die Rezepturen ihrer Biere überraschender Weise von der Oettinger Brauerei erworben, die sich damit wohl neu am Markt positionieren möchte und neben ihrem gewohnten „Billigsortiment“ auch etwas für die anspruchsvolleren Biertrinker anbierten möchte. So verkoste ich heute das Bayerisch Hell der Karmelitermönche, deren Brautradition bis ins Jahre 1352 zurückreicht.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, hellgoldenes Bier. Es hat einen sehr ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Ein getreidiger, leicht süßlicher Geruch. Teilweise kommt noch etwas Honig aber auch leicht parfümig riecht es.

Zum Geschmack: Ein sehr runder und süffiger erster Eindruck, Im Mund bleibt eine angenehmes, leicht fruchtig angehauchtes, malzsüßes Aroma hängen, während im Antrunk die Kohlensäure schon schön auf der Zunge prickelt und das Bier so süffig macht. Es erinnet an leichte Melonentöne. Auch im weiteren Trinkverlauf ist es sehr erfrischend. Eine herrlich süffige Malzsüße mit einer gewissen leichten Hopfenherbe am Gaumen macht dieses Bier durchaus bekömmlich.

Zum Fazit: Also das Bier, wohlgemerkt aus der alten Brauerei, schmeckt wirklich sehr überzeugend. Ich hoffe das Oettinger die Biere auch weiterhin nach Originalrezeptur braut. Von mir gibt es dafür 4 Sterne.

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Brauwerk Baden B

Mein nächster Biertest führt mich in die Ortenau zum Brauwerk Baden, wie sich die vormalige Kronenbrauerei Offenburg nun nennt. Das B-Sondere, mein heutiges Testbier war dabei das erste Bier, welches die Kronenbrauerei unter dem Label Brauwerk Baden auf den Markt brachte. Inzwischen hat sich diese Bezeichnung durchgesetzt und auchdie anderen Biere aus Offenburg laufen nun unter diesem Label. Stilistisch ist das B ein unfiltriertes Lagerbier, oder laut Etikett Lager-Pils mit einem Alkoholgehalt von 5%.

Zur Optik: Ein oranges Bernstein mit einem ordentlichen weißen Schaum zeigt sich im Glas. Es ist naturtrüb.

Zum Geruch: Ein etwas verbrannter Geruch. Es geht in die Richtiúng Leder mit einer etwas fruchtigen Note. Eventuell sind da noch leicht holzige Noten.

Zum Geschmack: Ein Bier mit sehr bitteren Noten und diesem leicht hefigem Aroma. Insgesamt ist das Mundgefühl zunächst durchaus hefig getreidg, ja fast schon etwas breiig und erinnet geschmacklich etwas an Haferflocken. Im Nachgang empfinde ich es aber dann schon als sehr herb. Hier schlägt sich dann auf jeden Fall der Pilscharakter des Bieres durch. Dazu wirkt es im Nachgang leider auch säuerlich und irgendwie nicht mehr so ganz frisch.

Zum Fazit: Obwohl das Ablaufdatum deutlich unterschritten wurde, bin ich mir nicht mehr ganz so sicher ob dieses Bier wirklich noch gut war und der Geschmack wirklich diese Säure haben sollte. Ich kann mir das nicht so recht vorstellen. Üerzeugend ist der durchaus herbe Pilscharakter. Dennoch ist es insgesamt sehr unrund und daher gibt es nur 2 Sterne, eventuell ist es frischer aber deutlich besser.

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Krombacher Eins Hell

Das Eins Hell von Krombacher war der Versuch, sich auch auf dem wachsenden Markt der Hellbiere zu positionieren. Dabei wurde mit kleiner Euroflasche und einem Hippen Trenddesign bewusst ein Gegenpol zu den eher bayerischen, retro-designten Hellbieren geschaffen. Nach zwei Jahren ist der Versuch jedoch gescheitert und Ende 2024 wurde die Produktion und der Vertrieb des Bieres eingestellt. Fortan will man sich wieder mehr auf sein Kernsortiment, also vorrangig das überaus beliebte Pils konzentrieren. Der Alkoholgehalt liegt bei 5%.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, goldenes Bier, bei dem der Schaum aber schnell verschwindet.

Zum Geruch: Ein durchaus grobgetreidiges Aroma hat man in der Nase.

Zum Geschmack: Ich habe ein erfrischendes Bier, bei dem sofort der sehr süßliche Abgang auffällt. Dieser hat auch Anflüge von Honignoten. Die Kohlensäure prickelt etwas ist aber grundsätzlich sehr dezent gehalten. Hopfen oder etwas würziges am Gaumen nehme ich überhaupt gar keinen wahr.

Zum Fazit: Ein recht glattes, belangloses Bier. Vermissen werde ich es definitiv nicht. Helle Lagerbiere sollte man dann doch eher anderen überlassen, auch wenn ich generell noch kein Fan der Biere aus dem Siegerland bin. Ich gebe dafür 2 Sterne, da es auch nicht wirklich eklig auffällt. Dennoch fehlt ihm vor allem etwas an Hopfenwürze.

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Hübner Steinfelder Hell

Mein nächster Biertest dreht sich wieder um eine der immer noch recht zahlreich vorhandenen Brauereien im Kreis Bamberg, der Brauerei Hübner aus Steinfeld. Deren neuestes Bier, das Steinfeder Hell wird im nächsten Beitrag nun vorgestellt werden. Der Alkoholgehalt liegt bei 5%.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, hellgoldenes Bier. Es hat einen sehr ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Ein getreidg süßliches Aroma mit Honignote und etwas leicht teigigem.

Zum Geschmack: Ich habe ein sehr süßliches Bier mit würziger Note im Abgang. Es ist vielleicht sogar im Nachgang etwas zu süß und wirkt leicht zuckrig. Dazu ist der erste Eindruck ein lebendig sprudeliger mit etwas würzigem Abgang. Man hat ein durchaus kräftiges Bier, das dennoch auch würzig ist. Die zuckrige Süße kam nur im ersten schluck durch war dann aber nicht mehr wahrnehmbar. Dann hat man ein herrliches süffig würziges Lagerbier. Es ist dann nicht ganz in der Richtung eines bayerischen hellen sondern eher eines fränkischen Lagers, da es durchaus etwas würziger und hopfiger ausfällt.

Zum Fazit: Nach dem ersten Schluck war ich wirklich nicht positiv gestimmt. Zum Glück bleibt es aber dabei und dieses negative Gefühl bestätigte sich in der Folge nicht mehr. Man hat dann ein würzig süffiges Lagerbier mit durchaus etwas hopfigem Abgang. Ich gebe dafür 4 Sterne.

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Ketterer 1888 Naturtrüb

Erstmals zum 125 Firmenjubiläum gebraut rundet das 1888 naturtrüb das Sortiment der Pforzheimer Brauerei Ketterer um ein ungefiltertes Lagerbier ab. Der Alkoholgehalt des Bieres liegt bei 5,3%.

Zur Optik: Ein orangenes, naturtrübes Bier. Es hat einen schönen weißen Schaum.

Zum Geruch: Ein getreidiges, leicht süßlicher  Geruch. Es riecht leicht karamellig. Dazu riecht man etwas beeriges.

Zum Geschmack: Ein leicht herber erster Eindruck, aber man hat auch ein wenig leicht karamellige Noten im Bier. Umrahmt wird alles von einem malzigen Grundgerüst auf dem diese Noten aufgebaut sind. Die Hopfennoten haben einen sehr floralen Charakter und sind durchaus stärker präsent. Die Kohlensäure prickelt am Anfang im Antrunk ganz gut, im Abgang ist sie aber eher etwas nachlässig. Irgendwie schmeckt es auch ein wenig leicht ölig.

Zum Fazit: Ein doch überraschend hopfiges Kellerbier. Mir gefällt das. Allerding könnte es noch etwas süffiger sein. Außerdem stört das etwas ölig wirkende Mundgefühl. Ich gebe 3 Sterne.