Auch im nächsten Biertest wird es wieder stärker. Dieses mal wechsele ich aber die Farbe von hell zu dunkel. Auch bin ich dieses Mal im Erzgebirge wobei dies für mein Testbier auch nicht mehr so wirklich stimmt. Die Stadt Olbernhau und die dazugehörige Brauerei befinden sich zwar mitten im sächsischen Mittelgebirge, jedoch wird das Bier dort schon seit 2009 nicht mehr gebraut. Stattdessen erfolgt die Produktion im thüringischen Eichsfeld bei der Brauerei Neunspringe. Vertrieben werden die Getränke aber weiterhin durch die Olbernhauer-Getränke-Vetriebs-Gmbh, welche nach der nunmehr 2. Insolvenz für die Geschicke des Olbernhauer Bieres verantwortlich ist. Gegründet wurde die Brauerei im Jahre 1896 durch Karl Gerach, der die Brauerei bis 1908 führt. Nach seinem Tod erwarb die Stadt Olbernhau selbst die Brauerei und betrieb diese bis zur Enteignung durch die DDR im Jahre 1955. Danach wurde sie ins Getränkekombinat Karl-Marx-Stadt integriert und verbleibt dort bis zur Reprivatisierung im Jahre 1992. Nach einer ersten Insolvenz übernahm Günter Tippmann die Brauerei im Jahre 2001, dessen Familie auch heut noch die Vetriebs-GmbH leitet. Wenngleich angeblich noch immer Pläne zu einer Wiederbelebung der Brautradition vor Ort existieren. Der Alkoholgehalt liegt bei 7,2%.
Zur Optik: Ein naturtrübes, braunes Bier. Es hat keinen besonderen Schaum.
Zum Geruch: Ein röstoge, brotig getreidiger Geruch.
Zum Geschmack: Im ersten Eindruck ist es ein Bier mit einer sehr süßlichen Aromatik, die vor allem im Abgang sehr lange anhält. Diese ist aber eher malzig etwas klebrig und zum Glück nicht zuckrig. Der Körper ist wie erwartet sehr kräftig im Geschmack. Dennoch hat das Bier durchaus auch eine gewisse Würze und Röstnoten die etwas an Kaffee erinnern. Vorranging sind aber dei süßlichen Malznoten die durchaus auch etwas von Frucht und Karamell haben.
Zum Fazit: Eigentlich gar kein so schlechter Bock. Rund, kräftig & würzig mit schöner Malzsüße. von mir gibt es dafür 4 Sterne.