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Dingslebener Landbier

Im Osten Deutschlands wird mein nächstes Testbier gebraut. Geographisch bin ich für meinen Test zwar in Thüringen, sprachlich und kulturell ist die Region um Dingsleben aber zweifelsohne fränkisch geprägt. Das Brauen von Landbieren ist seit jeher eine besondere fränkische Spezialität und so ist es auch kaum verwunderlich, dass es auch von der Dingslebener Brauerei eine solche Spezialität im Sortiment gibt. Der Alkoholgehalt liegt bei 4,9%.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, bernstein bis platinfrabenes Bier. Es at einen ganz passablen Schaum der aber schnell wieder verschwindet.

Zum Geruch: Das Bier riecht malzig und hat auch etwas röstige Noten in der Nase.

Zum Geschmack: Das Bier hat einen kräftig malzigen Geschmack mit einem durchaus auch etwas karamelligen Abgang. Die Kohlensäure des Bieres prickelt recht gut aber nicht so, als dass ich das Bier als erfrischend beschreiben würde. Zudem hat das Bier dennoch auch eine angenehme Karamellnote, die aber nicht zu sehr den Geschmack einnimmt. Der Körper des Bieres ist eher schlank gehalten, hat aber leicht karamellige Noten in Richtung Abgang. Das Bier könnte noch etwas mehr Hopfenwürze, vor allem am Gaumen vertragen. So bleibt zwar die Malzsüße aber es fehlt etwas die Würze am Gaumen als Kontrastpunkt, denn der Hopfen sorgt nur für eine leichte Bittere. Bisweilen wirkt es auch ein klein wenig wässrig im Geschmack.

Zum Fazit: Ein solides und vor allem süffiges Landbier. Insgesamt finde ich es aber ein wenig zu charakterlos. Es driftet hier und da, vor allem im Nachgang ein wenig ins wässrige ab. Dennoch hat es gute geschmacklich Ansätze, aber insgesamt ist es einfach ein wenig zu mild. 3 Sterne.

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Albani Giraf Gold

Odense die Heimatstadt von Hans Christian Andersen und Haupstadt der dänischen Insel Fünen ist das Setting meines heutigen Biertests. In der Stadt befindet sich nämlich die 1859 gegründete Albani Brauerei. Gegründet wurde die Brauerei vom Apotheker Ludvig Theodor Schiotz, der die Brauerei zusammen mit zwei weiteren Geschäftsmännern auf Initiative seines Freundes Gustav Lotze plante und eröffnete. Bis 1889 war Schiotz der mächtige Mann der Brauerei und stand dieser als erster Direktor vor. Durch zahlreiche Übernahmen von anderen Brauereien, vor allem auf der Insel Fünen wuchs die Brauerei zunächst zu eine der größten der Insel und in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch des gesamten dänischen Königreichs. Im Jahr 2000 wurde die Brauerei aber schließlich selbst übernommen und Teil von Royal Unibrew, der nach Carlsberg zweitgrößten Brauereigruppe Dänemarks.

Die Geschichte des ungewöhnlichen Namens meines heutigen Testbiers, dem Giraf Gold hängt tatsächlich mit einer real existierenden Giraffe zusammen, nämlich mit einer Griffe namens Kalle, welche in der Mitte des 20 Jahrhunderts im Zoo in Odense lebte und das damalige Werbegesicht der Brauerei war. Nach deren Tod im Jahre 1962 sollte ein Nachfolger für den Odenser Zoo gefunden werden. Da dieser jedoch nicht über die dafür notwendigen finanziellen Mittel verfügte wurde von der Albanai Brauerei das Giraf Bier auf den Markt gebracht, mit deren Erlös sich der Zoo nicht nur eine sondern sogar 2 neue Giraffen anschaffen konnte. Aufgrund seiner Beliebtheit blieb das Bier im Sortiment und ist seither eines der bekanntesten Sorten aus dem Hause Albani. Auch gab es seither verschiedenste Versionen dieses Bieres, wobei ich heut das klassische Giraf Gold, ein etwas stärkeres Lagerbier mit einem Alkoholgehalt von 5,6% verkosten werde.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, hellgoldenes Bier. Es hat einen ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Ein etwas brotiger Geruch, ansonsten ist es eher mild.

Zum Geschmack: Ich habe ein Bier, das einem kräftigen malzigen Körper hat. Im Abgang ist es aber auch etwas wässrig. Das Bier zeichnet sich vor allem durch eine ausgeprägte Malzsüße aus, die mir persönlich aber etwas zu süß ist. Ich vermisse hier etwas den Hopfen. Gegen Ende wird die Malzsüße auch wirklich etwas penetranter und der Wunsch nach etwas ausgleichendem Hopfen ungemein stärker. Das Malz schmeckt auch ein wenig nach Mais bzw. weißt Noten auf die eher in auf die Verwendung von Malzextrakt hindeuten bzw. den Geschmack etwas chemisch/ künstlich wirken lassen. Die Kohlensäure ist ganz gut dosiert, sodass das Bier eine gewisse Süffigkeit aufweist

Zum Fazit: Ein malziges, voluminöses und damit mir persönlich auch zu Süßes Bier. Hopfen schmeckt man eigentlich gar nicht und insgesamt wirkt der Geschmack gerade im Nachgang etwas zu chemisch/künstlich. Hat früher, als es darum ging eine neue Giraffe anzuschaffen sicherlich besser geschmeckt. Von mir gibt es 2 Sterne.

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Greif Vollbier Hell

Natürlich mache ich auch im neuen Jahr mit meinen Biertests in gewohnter Qualität weiter. Auch mein Podcast Projekt “ Ausgedacht und Nachgetrunken“ werde ich weiterführen und um neue Ideen ergänzen. Da das neue Jahr jedoch auch die Zeit für Veränderung und die ein oder andere Neuheit bietet soll das erste Bier des Jahre ein Bier sein, welches noch nicht so lange am Markt ist, eine Neuheit also. Anlässlich des 175 jährigen Jubiläums hat die Forchheimer Brauerei Greif nämlich ein Helles in einer Retro Version heraus gebracht, das sowohl optisch als auch geschmacklich an jenes aus den 60er und 70er Jahren erinnern soll. Geschmacklich soll es sich durch seine mildere Hopfung im Vergleich zum normalen Hellen von Greif unterscheiden. Der Alkoholgehalt des Bieres liegt bei 4,9%.

Zur Optik. Ein klar filtriertes, hellgoldenes Bier mit ordentlichem weißen Schaum.

Zum Geruch: Das Bier riecht etwas getreidig, aber auch leicht hopfig.

Zum Geschmack: Das Bier ist sehr lebendig, aber auch etwas hopfig. Der Nachgang ist dennoch eher mild. Eine gewisse Hopfenwürze am Gaumen ist aber nicht zu leugnen. Im Körper ist das Bier sehr schlank überzeugt mich aber vor allem durch sein dezentes Hopfenaroma welches am Gaumen anklingt. Das Bier ist süffig könnte aber noch spritziger sein, Es bleibt auch im weiteren Trinkverlauf ein würzig frisches Helles mit durchaus ausgeprägter Hopfennote am Gaumen die mich überzeugt. Malzsüße kommt nur ganz leicht im Geschmack heraus und ist hier eher zurückhaltend.

Zum Fazit: Von mir bekommt das Bier eine Wertung von 4 Sternen. Ein doch eher mildes, aber keineswegs geschmackloses Helles. Ich finde dennoch das geschmacklich vor allem eine leichte Hopfenwürze heraussticht und es so durchaus deutlich mildere Helle gibt. Vor allem das Malz hält sich geschmacklich zurück und sorgt für ein schlankes und süffiges Bier. Wie sich das Bier im vergleich zum normalen Hellen verhält kann ich jetzt so spontan nicht sagen, jedoch werde ich das zu gegebener Zeit nachtragen, wenn ich wieder einmal in den Genuss dieses Bieres kommen sollte.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern und Freunden des Bierblogs ein frohes neues Jahr 2026 auf das es noch viele lecker Bierchen geben wird. Prost!

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Shepherd Neame Double Stout

Das Stout ist ein obergäriges und vor allem auch dunkles Bier aus dem englischsprachigen Raum und passt damit eigentlich perfekt zur dunklen und kalten Jahreszeit. Da es momentan, zumindest in meiner Heimat zwar recht sonnig, aber doch eisig kalt ist, scheint also dieser Bierstil wie gemacht für Abende am Kaminfeuer. Die Grenze zwischen Stout und Porter ist dabei fließend und was nun ein Porter und was ein Stout ist, lässt sich oft nicht genau sagen und die Grenzen zwischen den beiden Bierstilen sind gewissermaßen fließend. Bei Shepherd Neame, dem größten unabhängigen Brauer Großbritanniens hat Bierbrauen Tradition, den mit einer belegten Geschichte bis ins Jahre 1698 ist sie zudem auch eine der traditionsreichsten noch bestehenden Braubetriebe im Vereinigten Königreich. Ihren Sitz hat die Brauerei Faversham, einer Stadt in der Südostenglischen Grafschaft Kent. Das Double Stout der Brauerei ist eines der bekanntesten Vertreter dieses Bierstils und auch innerhalb des Sortiments der Brauerei ein absoluter Klassiker. Der Alkoholgehalt liegt bei 5,2%.

Zur Optik: Ein leicht trübes, braunes auch etwas harzig wirkendes Bier mit ordentlichem Schaum.

Zum Geruch: Ein röstig trockenes, aber durchaus auch schokoladiger Geruch.

Zum Geschmack: Im Antrunk ist es noch etwas verhalten, bevor dann etwas röstige Noten kommen, die dann im Abgang in einen Hauch Zartbitterschokolade münden. Der Nachgang ist dann durchaus auch hopfig bitter mit Röstmalznote und wird dann immer trockener. Dennoch hat das Bier im Mundgefühl insgesamt durchaus eine gewisse Cremigkeit, welche typisch für diesen Bierstil ist. Während der Antrunk durchaus noch leicht süßlich und etwas verhalten ist, entfaltet sich der Geschmack des Bieres im Ab- und Nachgang mit bitter röstiger Note, die durchaus auch an Kaffee erinnern und dennoch schwingt auch so eine leichte Malzsüße mit, die verhindert, das alles zu trocken wird und sich Gut mit der Röstnote ergänzt. Im Körper ist es durchaus auch kräftig. Insgesamt ist es ein durchaus kräftiges und schön röstiges Bier, das auch gegen Ende die beschriebenen Aromen weiterführt. Der Geschmack hängt noch lange nach und füllte den ganzen Mundraum mit röstig herben Noten aus, ohne dabei zu trocken zu sein. Eine leichte Scholadennote ist auch vorhanden, aber es ist eher röstig herb und erinnert an Espresso.

Zum Fazit: Von mir bekommt das Bier eine Wertung von 5 Sterne. Ich kann diesem Bier einfach nur die volle Punktzahl geben, das es wirklich nicht gibt was stört und es geschmacklich immer wieder andere Facetten zeigt. Zudem passen die einzelnen Komponenten sehr gut zusammen und geben ein harmonisches Gesamtbild ab.

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Schwalm Bräu Pilsner

Ein der wenigen noch verbliebenen Privatbrauereien in Hessen findet sich mit der Schwalmbräu im Schwalmstädter Hauptort Treysa. Von dieser verkoste ich im folgenden Test nun das Pilsener. Der Alkoholgehalt liegt bei 4,8%.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, hellgoldenes Bier. Es hat einen sehr ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Ein getreidig hopfiges Aroma habe ich in der Nase.

Zum Geschmack: Ich habe ein Bier mit einer sehr schönen Hopfenaromatik und einem dezent mildbitteren Ab- und Nachgang. Das Pils wirkt erfrischend und abwechslungsreich im Geschmack und behält auch im weiteren Trinkverlauf eine gute Hopfenaromatik, die aber nicht zu herb ist und vor allem im Nachgang auch etwas kräftiger sein könnte. Insgesamt ist es ein im Körper schlankes, feinmildes Pilsbier mit leicht grasiger Hopfenbittere am Gaumen. Das Malz kommt nur etwas durch und sorgt im Nachgang für eine leichte Süße.

Zum Fazit: Von mir bekommt das Bier eine Wertung von 3 Sternen. Ein solides, aber doch eher milderes Pilsbier mit dezent grasigen Hopfennoten.

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Texels Noorderwiend

An der Nordseeküste, speziell auf den Inseln, kann es in kalten Nächten zwischen den Jahren durchaus auch einmal windig ja bisweilen sogar recht stürmisch werden. Bei so etwas hilft dann natürlich ein warmes Kaminfeuer und ein kräftiges Getränk, das den Körper von innen wärmt. Warum ich nun spezielle auf die Nordseeküste zu sprechen komme? Nun das hängt mit meinem folgenden Biertest zusammen, denn ich verkoste ein Bier, welches von der niederländischen Insel Texel kommt. Die dortige Texels Bierbrouwerij wurde im Jahre 1999 von Jaap van der Weide gegründet. Im Laufe der Jahre hat sie sich von der kleinen Mikrobrauerei zur anerkannten lokalen Spezialbierbrauerei entwickelt, deren Biere auch weit über die Niederlande hinaus großen Anklang finden. Dies bleib auch dem lokalen Branchenprimus Heineken nicht verborgen, der den Betrieb im Jahr 2020 aufkaufte, die bisherigen Eigentümer jedoch weiterhin in der Geschäftsleitung beließ.

Speziell für den Winter und damit auch stürmische Nächte an der Nordseeküste hat die Brauerei mein heutiges Testbier, den Noorderwiend im Sortiment, welcher nach eben jenem berüchtigten Nordwind benannt ist, der in besagten Winternächten über die Insel weht. Kräftig wie der Wind ist dementsprechend auch der Alkoholgehalt welcher sich auf 7,5% beläuft.

Zur Optik: Ein trübes, rotbraunes Bier. Es hat einen ganz ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Ein kräftig malziger, Geruch. Auch Kräuter, Lakritze, Toffee und etwas Trockenobst und Karamell findet sich in der Nase.

Zum Geschmack: Im ersten Eindruck hat man ei Bier, das auf jeden Fall kräftige Malznoten in sich vereint und dementsprechend auch einen spürbaren Körper hat. Es hat aber auch eine deznete Obsnote, die sehr reif wirkt und an kandierte bzw. glasierte Obststücke erinnert oder Trockenobst wie Rosine und Dattel. Auch im Abgang hat das Bier durchaus eher süße Noten, jedoch kommt dann auch kräutrig-bitterer Hopfen, der dem Bier einen würzigen Nachgang verleiht. Nach ein paar Schlücken spürt man dann auch durchaus den wäremenden Charakter des Alkohols.

Zum Fazit: Ein kräftiges, vor allem süßliches Starkbier. Ich hätte mir noch etwas mehr Würze gewünscht, was noch etwas besser den Eindruck der rauen See getroffen hätte. Von mir gibt es 4 Sterne.

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Löwenbräu Buttenheim Weihnacht

Zum Abschluss des 2. Weihnachtsfeiertages habe ich noch einmal ein Weihnachtsbier im Test. Es stammt aus Franken, aus Buttenheim, der Geburtsstadt von Jeans Erfinder Levi Strauss. Eine der Brauereien der Stadt ist die Löwenbräu und von dieser stammt auch das nun folgende Weihnachtsbier. Der Alkoholgehalt liegt bei 5,4%.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, bernsteinfarbenes Bier. Es hat keinen wirklich besonderen Schaum.

Zum Geruc: Ein Bier mit intensiv malzigem Aroma, das auch leichte brotige Tendenzen aufweist. Ansonsten kommt im Geruch nur ein leichtes Karamellaroma durch.

Zum Geschmack: Es ist ein Bier mit einem etwas bitteren Abgang. Ansonsten ist es eher getreidig, mehr schmeckt man zunächst nicht. Es ist im Abgang etwas herb und dadurch auch mit einer brotigen Nuance versehen, die an Schwarzbrot erinnert. Auf mich wirkt das Bier auch durchaus erfrischend, der Hopfen wirkt jedoch manchmal nicht richtig ausbalanciert. Im Körper finde ich, es ist ein Bier mit etwas bitteren Abgang, aber irgendwie passt das ganze nicht so recht zusammen.

Zum Fazit: Ein Bier mit einer Mischung als zunächst her malzigeren Noten, bevor es in Richtung Abgang doch auch hopfiger wird. Ich finde es aber unausbalanciert, gerade gegen Ende. Gibt bessere Festbiere. 3 Sterne.

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Göller Winterfestbier

Da sich nun pünktlich zu Weihnachten ein Kälteeinbruch einstellt, der zumindest in meiner Heimat auch von der ein oder anderen Schneeflocke begleitet wurde passt mein folgendes Testbier umso besser zum Weihnachtsfest. Denn die Brauerei Göller hat mit dem Winterfestbier aus ihrem Craftbierkalender auch ein Bier für den Monat Dezember im Programm, das sowohl zum Weihnachtsfest, als auch zur winterlichen, leicht angezuckerten Landschaft passt. Der Alkoholgehalt liegt bei 5,8%.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, rubin bis altgoldenes Bier. Es hat einen sehr ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Ich habe ein Bier, das sich in der Nase nussig und leicht karamellig zeigt.

Zum Geschmack: Das Bier hat einen etwas nussigen aber sehr schönen karamellig würzigen Abgang. Dazu kommt etwas von Lebkuchen und man hat auch einen etwas herbere bittere Würze am Gaumen. Das Bier hat einen kräftigen Körper und gefällt mir vor allem durch seinen würzigen Abgang mit diesem karamelligen Unterton, der sich dann auch im Nachgang schön im Mundraum ausbreitet.

Zum Fazit: Von mir bekommt das Bier eine Wertung von 4 Sternen. ein vollmundiges, leicht karamelliges, aber dennoch auch würziges Festbier. Mir weiß das durchaus sehr zu gefallen, das vor allem auch die Karamellnote noch schön lange am Gaumen hängt.

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Herforder Weihnacht

Ja es ist tatsächlich schon wieder so weit. Heute ist der 25. Dezember und damit schon wieder Weihnachten. Der Heilige Abend ist überstanden und am tatsächlichen Weihnachtsfest geht es nun weiter mit der Völlerei. Dabei darf natürlich auch ein passendes Weihnachtsbier nicht fehlen, denn es muss ja nicht immer Wein zum Weihnachtsmenü sein. Deshalb habe ich heute eines aus Ostwestfalen im Test, nämlich das Weihnachtsbier aus der Brauerei Herford. Der Alkoholgehalt des Bieres ist wie bei vielen Festbieren etwas höher angesetzt, im Falle des Herforder Bieres liegt dieser sogar bei 5,8%.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, bernstein bis dunkelgoldenes Bier. Es hat keinen besonders ausgeprägten Schaum.

Zum Geruch: Ein sehr brotiges und getreidges Aroma habe ich in der Nase. Man hat Noten von Lebkuchen und Karamell.

Zum Geschmack: Im ersten Eindruck habe ich hier ein eher bitteres Bier mit einer leichten Lebkuchennote im Abgang. Es ist ein Bier mit einer sehr schönen Getreidearomatik und schöner nussig Lebkuchennote im Geschmack. Es hat auch eine ganz leichte Herbe, die geschmacklich noch dazukommt, aber eigentlich ganz gut mit dem Bier harmoniert.

Zum Fazit: Von mir bekommt das Bier eine Wertung von 3 Sternen. Ein solides Festbier, das man gut trinken kann, aber das mich jetzt nicht vom Hocker haut. Mir fehlt hier so ein bisschen der Ah-Moment, das es mich noch höher ranken lassen würde.

In diesem Sinne wünsche ich allen, die diesem Blog gewogen sind, noch ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest. Auf das ihr immer ein gutes Bier dabei haben werdet.

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Warka Classic

Obwohl die Geschichte der Brauerei Warka verhältnismäßig recht jung ist, reicht die Brautradition der mittelpolnischen Stadt zurück bis ins 15. Jahrhundert. Seit dem Spätmittelalter war die Stadt weithin bekannt für ihr Bier und ihre Brautradition und beherbergte bis zu 30 Braustätten. Selbst an die Tafel des Herzogs von Masowien schaffte es das berühmte Bier aus Warka. Über die Jahrhunderte verlor sich aber die Spur des Bieres aus Warka und erst Mitte des 20. Jahrhunderts im Jahre 1968 entschloss man sich, die Brautradition in Warka wieder aufleben zu lassen. Daraufhin wurde in der Stadt 1973/74 eine der modernsten Brauanlagen Europas in Betrieb genommen. Nach der Privatisierung Anfang der 1990er Jahre gehören Brauerei und Biermarke seit 1999 zum Heineken Konzern. Innerhalb dessen bildet sie zusammen mit anderen polnischen Brauereien die Zywiec-Gruppe. Das klassische Warka Bier kommt auf einen Alkoholgehalt von 5,2%.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, tiefgoldenes Bier. Es hat keinen wirklich besonderen Schaum.

Zum Geruch: Getreidig, aber auch leicht alkoholisch riecht es.

Zum Geschmack: Ich habe ein süffiges Bier, das im Abgang aber auch leicht bitter wirkt. Ich werde den etwas alkoholischen Geschmack nicht unbedingt los. Der Körper des Bieres ist aber durchaus präsent. Insgesamt verfügt das Bier über eine sehr lebendige Kohlensäure und hat einen leicht süßlichen, etwas bitteren Abgang. Es ist durchaus süffig, aber der Hopfen bzw. die Bittere ist im Abgang etwas übergriffig. Den Abgang des Bieres empfinde ich als etwas unpassend bitter und auch die Kohlensäure die doch sehr sehr präsent ist ist etwas störend.

Zum Fazit: Von mir bekommt das Bier eine Wertung von 3 Sternen. Es ist ganz solide, schmeckt bisweilen aber etwas alkoholisch/metallisch in der Hopfung und die Kohlensäure ist schon sehr ausgeprägt.