Veröffentlicht in 5-Sterne

Gruut Inferno

Im Mittelalter, lange vor dem Erlass des deutschen Reinheitsgebotes, war es verbreitet, anstatt des Hopfens eine Art Kräutermischung zur Würzung der Biere zu benutzen. Dieses sogenannte Grut konnte je nach Region und Jahreszeit die unterschiedlichsten Kräuter enthalten. Da der Hopfen aber das Bier länger haltbar machte und insgesamt auch besser schmeckte konnte er sich irgendwann durchsetzen. Zudem wurden teils gifte oder stark berauschende Substanzen beigemischt, was letztendlich zum Erlass des Reinheitsgebots führte. Die Stadsbrouwerij aus Gent möchte jedoch mit ihren Bieren wieder an diese alte mittelalterliche Tradition anknüpfen und wirbt damit keinen Hopfen für ihre Biere zu verwenden. Stattdessen wird mit einer speziellen Krautmischung aus mittelalterlichen Bieren gebraut. Mit dem Inferno habe ich direkt das stärkste Bier, das stilistisch in Richtung eines Tripels geht, im Test. Der Alkoholgehalt liegt entsprechend auch bei 9%.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, dunkelgoldenes Bier. Es hat einen sehr ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Ein sehr fileschichtiges Bier mit getreidiger Geruch. Aber auch Honig, Kandiszucker und eine gute Portion Kräuter kann ich riechen.

Zum Geschmack: Ich habe ein Bier das durchaus sehr kräftig und geschmacklich intensiv ist, aber dennoch trotz seines Alkoholgehalts nicht zu schwer wirkt. Den Alkohol schmeckt man tatsächlich kaum heraus. Es bringt eine angenehme bittere mit und kräutrige, würzige Noten im Abgang. Im Gegensatz zum Malz sind die Kräuternoten aber nur dezent und bestimme nicht den Geschmack. Hier zeigt sich ein süßmalziges Aroma, gepaart mit etwas Lebkuchen, was wohl auch von der Kräutermischung kommt und Honig sowie Kandiszucker. Die Kohlensäure ist doch eher hoch dosiert und macht das Bier sehr spritzig. Eine leichte Säure und Zitrusnoten runden den Geschmack ab.

Zum Fazit: Wirklich interessant und spannend. Durch den fehlenden Hopfen ist es zwar etwas weniger Herb, jedoch gibt es durchaus auch Biere mit Hopfen die einen ähnlichen kräutrigen Geschmack erzeugen. Insgesamt sehr gut ausbalanciert und für mich auch die Höchstwertung von 5 Sternen wert.

Veröffentlicht in 3-Sterne

Affligem Blond

Belgisch wird es nun in meinem nächsten Biertest, wobei man eher sagen könnte, das es sich um eine niederländisch belgisches Bier handelt, denn die Marke Affligem ist inzwischen im Portfolio von Heineken gelandet, welche die Biere von der Brauerei Alken in Belgien brauen lässt. Ursprünglich in der gleichnamigen Brauerei selbst gebraut, wurde das Bier ab den 1950er Jahren zunächst von der Brauerei Hertog und ab 1970 dann von der Brauerei de Smedt gebraut. Nachdem die Produktion in der Brauerei de Smedt, welche 2000 von Heineken übernommen wurde, nach und nach zurückgefahren wurde, wird das Bier seit 2022 nun vollständig bei der Brauerei Alken gebraut. Im folgenden Test verkoste ich nun das Affligem Blond, dass einen Alkoholgehalt von 6,8% hat.

Zur Optik: Ein trübes, leicht goldenes Bier. Es hat einen ganz ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Ein Bier mit obstigen Noten die an Apfel aber auch leicht an Birne erinnern. Es hat dazu etwas Pfirsich und eine kräutrige Note.

Zum Geschmack: Im ersten Eindruck ist es ein Bier mit einer eher herben Note die am Gaumen hängt. Der Hopfen zeigt hier ein deutlich kräutriges Aroma. Es ist somit schon ganz gut bitter am Gaumen. Dennoch hat das Bier hier einen durchaus sehr süßlichen Abgang. Es ist auch im weiteren Trinkverlauf ein Bier dass diese Geschmacksnoten des ersten Eindrucks bestätigt. Der Körper zeigt eine gewisse Kräftigkeit. Diese hält sich aber im Rahmen.

Zum Fazit: Von mir bekommt das Bier eine Wertung von 3 Sternen. Es ist durchaus kräftig und hat auch geschmacklich etwas zu bieten. Gegenüber anderen belgischen Bieren hängt es, was die Intensität des Geschmacks angeht aber schon zurück.