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Pinkus Obergärig

Im nächsten Biertest geht es wieder nach Münster zur Brauerei Müller. Seit 1816 braut Familie Müller hier nun schon in mittlerweile 5ter Generation Biere, viele auch in Bioqualität. Ein Klassiker ist das Pinkus Obergärig, welches stilistisch in die Richtung eines Altbieres gehen soll, welche in Münster und Umgebung durchaus verbreitet sind. Der Alkoholgehalt liegt bei 5,1%.

Zur Optik: Ein trübes, bernsteinfarbenes Bier. Es hat keinen wirklich überzeugenden Schaum.

Zum Geruch: Man hat einen doch eher hopfigen und dann auch überraschend bitteren Geruch.

Zum Geschmack: Ich habe ein Bier, das im ersten Eindruck nicht unbedingt so viel mitbringt. Es ist leicht süßlich im Abgang. Man hat ein Bier, welches ich dennoch als durchaus würzig beschreiben würde. Es ist aber insgesamt dennoch eher nichtssagend im Körper eher dünn. Im Abgang kommt eine leichte Würze und etwas dunkle Malznoten. Insgesamt finde ich das Bier aber eher schwach.

Zum Fazit: Ich weiß nicht so recht was mir dieses Bier sagen will. Irgendwie ist es eher nichtssagend und schwach. So richtig Altbierfeeling kommt hier bei mir nicht auf. Daher gibt es auch nur eine Wertung von 2 Sternen.

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Schlüssel Alt

Die Hausbrauerei zum Schlüssel ist eine echte Düsseldorfer Institution in Sachen Altbier. Als eine der wenigen verbliebenen echten Düsseldorfer Altstadtbrauereien wird noch immer am historischen Standtort mitten in der Stadt gebraut und im dazugehörigen Gasthof auch ausgeschenkt. Gegründet wurde die Brauerei im Jahre 1850 von Jakob Schwenger, der das Haus „Zu den drei Königen“ erwirbt und darin eine Brauerei und Bäckerei einrichtet. Im Jahre 1913 wird schließlich die dazugehörige Gaststätte zum Schlüssel eröffnet, die bis zum heutigen Tag besteht. 1936 schließlich erwirbt Carl Gatzweiler die Brauerei, dessen Nachfahren den Betrieb noch heute führen. Das Original Altbier der Brauerei wurde schon mehrfach ausgezeichnet und erhielt zahlreiche Medaillen bei internationalen Wettbewerben. Nun werde ich es auch einmal hier am Blog verkosten. Der Alkoholgehalt liegt bei 5%.

Zur Optik: Ein braunes, klares Bier. Es hat einen sehr sehr ordentlichen, bräunlich angehachten Schaum.

Zum Geruch: Es riecht sehr sehr cremig und nach Mocca und Milchkaffee mit einer leicht schokoladigen Note.

Zum Geschmack: Ich habe hier wirklich ein Bier, das für mich im Abgang eine sehr schöne Note von Kaffee oder fast auch Milchkaffee hinterlässt, die sich auch noch Lage im Mundraum festmacht. Auch im weiteren Trinkverlauf hat man ein Bier mit einem leicht röstigen Abgang und durchaus schokoladigem Grundkörper. Es ist ein Bier, das die schönen Kaffee und Röstnoten auch noch lange im Nachgang beibehält und dazu auch noch etwas bitteres des Hopfens bereit hält.

Zum Fazit: Ich bin wahrlich kein Freund des Altbieres, dieses ist aber definitiv eines der besten die es am Markt gibt. Mich hat es mit schöner Hopfenbittere, gepaart mit einer guten Röstaromatik überzeugt. Von mir gibt es dafür 4 Sterne.

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Diebels Alt

Das wohl bekannteste und am meisten verbreitete Altbier in Deutschland, ist jenes der Brauerei Diebels vom Niederrhein. Gegründet 1878 von Josef Diebels in Issum, war die Brauerei lange Zeit nur regional aktiv. Dies änderte sich, als man damit begann, sich auf das Brauen von Altbier zu konzentrieren. Man stellte die Produktion der anderen Biere ein und begann damit, das Altbier deutschlandweit zu vermarkten. So wurde Diebels zur größten Altbierbrauerei am Markt. Im Jahre 2001 wurde die Brauerei vom Interbrew Konzern übernommen, der nach der Fusionierung mit Anheuser-Busch zum größten Bierkonzern der Welt wurde. Trotz mehrmaliger Verkaufsversuche ist sie bis heute Teil dieser Gruppe, auch wenn die Produktionszahlen der Brauerei schon seit Jahren rückläufig sind. Das Altbier kommt auf einen Alkoholgehalt von 4,9%.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, rotbraunes Bier. Es hat einen ganz passablen weißen Schaum.

Zum Geruch: Geruchsmäßig habe ich etwas Malz, leichte Schokolade und etwas süßliches.

Zum Geschmack: Ich habe ein Bier, das im Abgang etwas bitter ist. Vor allem hat es im Abgang etwas herbe Noten. Das Bier hat einen, wie ich finde durchaus kräftigen Körper und vor allem die Kohlensäure prickelt auch ganz gut. Das Bier ist auch im Abgang etwas herb, und es macht sich auch eine gewisse malzige Süße im Mundraum breit, die etwas leicht schokoladiges an sich hat. Vom Hopfen kommt insgesamt aber wirklich recht wenig und so könnte das Bier durchaus ein besseres Hopfenaroma haben.

Zum Fazit: Das Bier ist ok. Hier gibt es aber im Altbierspektrum doch deutlich bessere Biere. Ich finde es geschmacklich fast ein wenig lasch und es fehlt ihm vor allem die bittere, würzige Hopfennote am Gaumen. So gibt es von mir 3 Sterne.

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Schlösser Alt

Das Schlösser Alt ist eine der meistverkauften Altbiermarken in Deutschland. Ihren Ursprung hat das Bier in Düsseldorf, der inoffiziellen Hauptstadt dieses Bierstils. Inzwischen existiert Schlüssel Alt jedoch nur noch als Marke im Portfolio der Radeberger Gruppe und wird von der DAB Brauerei in Dortmund gebraut. Offiziell wurde die Brauerei im Jahre 1873 von der Bäckerfamilie Schlösser gegründet, jedoch gibt es auch Überlieferungen, das dies schon früher geschah. Das Stammhaus der Brauerei befand sich in der Altestadt, welches auch nach dem 2 Weltkrieg wieder aufgebaut wurde. Bereits im Jahre 1932 wurde die Brauerei Schlösser von der Schwabenbrauerei AG übernommen, da es in der Familie Schlösser keinen Nachfolger gab. Nachdem die Brauerei in der Altstadt allmählich zu klein geworden war, bezog die Brauerei eine neue große Bierfabrik in der Münsterstraße in der bis zum Jahre 2002 das Schlösser Alt gebraut wurde. Die Schwabenbrauerei schloss sich in den 70er Jahren mit anderen Düsseldorfer Brauereien zusammen und fusionierte schließlich mit der Dortmunder Unionsbrauerei. Aus dieser wurde später die Brau- und Brunnen AG, welche 2004 in die Radeberger Gruppe integriert wurde. Im Jahre 2002 wurde die Produktionsstätte von Schlösser geschlossen und auch das Stammhaus in der Altstadt wurde inzwischen abgerissen, sodass das Bier heute nur noch als Marke existiert. Dennoch ist Schlösser Alt in Düsseldorf noch allgegenwärtig, auch wenn es nicht mehr in Düsseldorf heimisch ist. Der Alkoholgehalt des Schlösser Altbieres liegt bei 4,8%.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, rotbraunes Bier. Es hat einen ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Nur etwas getreidige Noten hat man in der Nase mit einem etwas süßlichen und dunklen brotigen Aromen.

Zum Geschmack: Ich habe hier ein Bier mit einem leicht süßlichen Aroma, das aber ein etwas komischen Nachgeschmack hat. Es ist auch durchaus etwas bitter am Gaumen, der Hopfen ist also wahrnehmbar. Dazu wirkt das Bier aber auch leicht metallisch. Das Bier hat durchaus eine etwas bittere Hopfenaromatik am Gaumen, diese wirkt aber etwas künstlich, was vom Hopfenextrakt kommen könnte.

Zum Fazit: Mein Fall ist dieses Bier nicht, aber ich bin generell nicht ein sonderlich großer Fan des Altbieres. Mag sein das ein gutes Altbier ein hopfig-bitterer Abgang auszeichnet, mir ist das aber zu künstlich und metallisch. Ich gebe dem Bier 2 Sterne.

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Hannen Alt

Die Brauerei Hannen hat eine sehr lebendige Brauereigeschichte, die sich am Niederrhein rund um Mönchengladbach abspielt. Ihre Gründung geht zurück auf das Jahre 1725 als die Familie Hausmann eine Brauerei in Willich übernimmt. Diese fusioniert im Jahre 1917 mit den Brauereien Schmitz und Decker zu den Vereinigten Willicher Brauereien. Diese wiederum übernahmen im Jahre 1920 die Hannen Brauerei in Korschenbroich. Da der Name des Betriebs im Zuge der Übernhame als viel zu lang empfunden wurde, entschied man sich dazu fortan nur noch als Hannen Brauerei zu agieren. Nachdem die Brauereien in Korschenbroich und Willich zu klein geworden waren, entschied man sich dazu in Mönchengladbach einen Neubau zu finalisieren. Nachdem die Brauerei in den nächsten Jahrzehnten zunehmend Marktanteile verlor, wurde sie im Jahre 1988 vom dänischen Carlsberg Konzern übernommen. Die Braustätte in Mönchengladbach wurde im 2003 an die Oettinger Brauerei verkauft, die diese bis heute betreibt. Die Markenrechte des Hannen Alt verlieben aber bei den Dänen und wurden in den folgenden Jahren bei verschiedenen Brauereien als Lohnbrau gebraut und abgefüllt. Lange Zeit fristete die Marke Hannen ein Nischendasein im eher billigen Segment, bis im Jahre 2022 die Bolten Brauerei die Markrechte erwarb und der Biermarke zu einem Relaunch verhalf. Seither wird das Bier wieder in Kerschenbroich bei der Brauerei Bolten gebraut und da die Marke nun quasi heimgekehrt ist, schließt sich hier in gewisser Weise ein Kreis. Der Alkoholgehalt des Altbieres liegt bei 4,8%.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, rotbraunes Bier. Es hat einen mittleren weißen Schaum.

Zum Geruch: Ein röstiges leicht milchiges Aroma von Getreide habe ich in der Nase.

Zum Geschmack: Im ersten Eindruck ist es ein röstiges Bier mit einem leicht herben Abgang. Der Nachgang ist dann leicht milchig, bzw. etwas schokoladig und bleibt sogar ein wenig im Mund hängen. Es mischt sich aber auch eine ordentlich wässrige Note im abgang mit. Auch im weiteren Trinkverlauf bleibt es ein eher unspektakuläres Bier. Die gute Kohelnsäurekonzentration macht es jedoch recht gut trinkbar.

Zum Fazit: Ein trinkbares, aber eher langweiliges Bier. Es hat etwas röstige Noten, aber hier gibt es Altbiere mit deutlich mehr Geschmack. Zugegeben sind meine Notizen noch von einem alten Hannen, eventuell schmeckt die neuere Version von der Bolten Brauerei noch viel besser. Ich vergebe hierfür jedenfalls 3 Sterne.