Veröffentlicht in 4-Sterne

Warburger Urtyp

Zur Brauerei Kohlschein ins ostwestfälische Warburg verschlägt mich mein nächster Biertest. Der Urtyp der Brauerei soll laut Website echte Pionierarbeit geleistet haben , denn er gilt als eines der ersten dunklen untergärig gebrauten Biere in Ostwestfalen und wurde erstmals im Jahre 1957 zur Warburger Oktoberwoche ausgeschenkt. Geblieben ist das Bier bis heute und hat einen Alkoholgehalt von 5%.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, dunkelbraunes Bier. Es hat eine ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Ein brotig getreidiges Aroma hat man in der Nase.

Zum Geschmack: Ein dunkles Bier mit milchig süßlichem Einstig. Im Abgang ist es aber auch ein ganz klein wenig röstig. Auch ein wenig herbe Noten kommen durch. Insgesamt hat man so ein durchaus überzeugendes, würziges Bier im Geschmack. Auch die Kohlensäure ist bei diesem Bier sehr gut dosiert, sodass es durchaus süffig aber nicht zu herb ist. Vor allem kommt der Hopfen am Gaumen sehr gut durch und das röstige, sehr brotige entfaltet sich erst im Nachgang im Rachen und legt sich dann schön um Gaumen und Mundraum und macht Lust auf den nächsten Schluck. So entsteht ein sehr vollmundiger, kräftiger Gesamteindruck

Zum Fazit: Eins ehr schönes, vor allem auch ordentlich brotiges süßliches Dunkelbier. Es könnte noch etwas mehr Röstaromen haben, wobei dies für ein Dunkelbier nicht zwangsläufig der Fall sein muss. Von mir bekommt es daher eine Wertung von 4 Sternen.

Veröffentlicht in 4-Sterne

Spessart Räuberchen dunkel/schwarz

Unterfranken, Kreuzwertheim auf der anderen Seite des Mains gegenüber von Wertheim mit seiner markanten Burgruine ist das Setting meines nächsten Biertests. Von der direkt am Main gelegenen Spessart Specht Brauerei ist im folgenden Test das schwarze Räuberchen im Glas. Der Alkoholgehalt liegt bei 5%.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, rotbraunes Bier. Es hat keinen besonderen Schaum.

Zum Geruch: Ein sehr brotgetreidger Geruch mit einer süßlichen Note. Man hat wirklich eine schokoladige Textur in der Nase.

Zum Geschmack: Im ersten Eindruck habe ich ein Bier mit einer im Anstieg eher ein wenig hopfigeren Note, die sogar ins bittere geht, jedoch im Abgang auch eine gute schokoladige Note hat, die schön im Mund bleibt und mit leicht röstigen Malznoten um die Geschmackshoheit kämpft. Man hat ein Bier mit Noten, die leicht röstig sind, dann aber mit diesem für dunkle Biere typischen brotigen, leicht süßlich daherkommen Noten, ohne aber zu süßlich zu sein. Es ist aber auch nicht bitter oder röstig, sondern hat eine schöne urig brotige Note, die an Pumpernickel oder ähnliches erinnert.

Zum Fazit: Ein gutes dunkles. Nicht ganz so röstig sondern eher brotig süßlich mit leicht schokoladigen Noten. Daher eindeutig eher ein Dunkles denn ein Schwarzbier. Mir schmeckt es ganz gut, auch wenn es etwas Würze noch nicht schaden würde. 4 Sterne.

Veröffentlicht in 4-Sterne

Detmolder Pilsener

Als nächstes Bier folgt nur der Sprung nach Westfalen, besser gesagt ins ehemalige Fürstentum Lippe, dessen Hauptstadt Detmold war. Aushängeschild der dort ansässigen Brauerei Strate ist definitiv das Pilsner. Folglich werde ich im folgenden Test mein Urteil über dieses Bier fällen, das auf einen Alkoholgehalt von 4,8% kommt.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, hellgoldenes Bier. Es hat einen sehr ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Ein dezent hopfiges Aroma macht man hier in der Nase aus, welches ich auch als leicht grasig empfinden würde.

Zum Geschmack: Ich habe ein Bier, das durchaus annehmbar herb ist, aber nicht zu sehr sodass es ausgewogen und süffig wirkt. Im Abgang ist es aber schon fast ein kleines bisschen süßlich. Es hat aber dennoch eine gute Portion Hopfen im Geschmack. Im weiteren Trinkverlauf wird es dann auch noch deutlich hopfenbetonter, der Hopfen zeigt sich vor allem in Richtung Antrunk und im Mittelteil. In Richtung Abgang geht er dann eher in etwas teig buttrige Noten über, wie man sie auch von böhmischen Pilsbieren kennt.

Zum Fazit: Ich finde das Detmolder Pils durchaus überzeugend. Man schmeckt den Hopfen, auch wenn es ein durchaus runderes Pils ist und nicht so dieses trockene Norddeutsche. So kann es sich mit einer Wertung von guten 4 Sternen schmücken.

Veröffentlicht in 4-Sterne

Hertl Duschbier

Das Duschbier kennt wohl jeder, vor allem diejenigen die schon einmal Mannschaftssport im Aktivenbereich betrieben haben. Dort gehört das Bier unter Dusche genau so dazu, wie der Sport davor. Aber auch Abseits vom Sport erfreut sich das Duschbier durchaus einer gewissen Beliebtheit und es gibt nicht um sonst auch speziell hergestellte Halterungen, welche extra zum Abstellen des Bieres konzipiert wurden, wenn man sich zum Beispiel gerade mit Shampoo einseift. Das hat auch David Hertl erkannt und zusammen mit der Brauerei Zwanzger ein Duschbier auf den Markt gebracht, welches sowohl von innen als auch von außen erfrischend wirken soll. Gebraut wurde es mit frischem Hopfen, welcher direkt als Dolde vom Feld in den Sudkessel gewandert ist. Herausgekommen ist dann ein „hopfengstopftes Grünhopfen-Lager“ und da Hopfen gut für die Haare ist, würde es sicherlich auch als Shampoo taugen, wobei es dafür eigentlich viel zu schade ist. Der Alkoholgehalt des Bieres liegt bei 4,9%.

Zur Optik: Ein trübes, orangenes Bier. Es hat einen sehr ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Das Bier hat eine durchaus ansprechende Fruchtnote. Es erinnert etwas in Richtung von Ananas oder leicht Mango. Aber auch einen ordentlich grasiger Duft hat das Bier.

Zum Geschmack: Ich habe ein Bier, das sich im Antrunk als süffig gestaltet und im Abgang dann etwas süßlicher wird. Im Abgang ist eine deutliche Spur leicht herben Hopfens zu spüren. Ich habe ein Bier mit einem insgesamt recht soliden Malzkörper und einer fruchtigen Süße, die dennoch auch von einem nicht zu unterschätzenden Hopfenaroma im Abgang begleite wird. Bis zum Ende bleibt es dann ein süffiges Bier mit einem ausgewogenen Geschmack von etwas süßlichem Malz und durchaus auch bestimmter Hopfennherbe im Abgang, die dem Bier eine gute Würze verleiht. Dazu kommt eine gute leicht bis mittlere Fruchtigkeit die das Ganze sehr gut umrahmt. Der Hopfen wirkt insgesamt sehr frisch und hat diesen leicht fruchtigen grasigen Geschmack.

Zum Fazit. Sehr gute 4 Sterne bekommt das Bier von mir. Es ist wirklich erfrischend süffig und der Hopfen bringt hier wirklich viel Geschmack ins Bier. Kann man nicht nur unter der Dusche, sondern wie ich finde überall genießen.

Veröffentlicht in 4-Sterne

Meister Zwickl

Ich mache weiter mit meinen Biertests und bleibe in Franken. Vermutlich hat noch niemand etwas von Unterzaunsfeld gehört und ich denken auch nicht von Pretzfeld, der Markt zu der Unterzaunsfeld gehört. Nun beide liegen im Landkreis Forchheim in der fränkischen Schweiz, die für ihre hohe Anzahl an Brauereien bekannt ist. In besagtem Unterzaunsfeld befindet sich die Brauerei Meister von der ich heute das Zwicklbier verkoste. Der Alkoholgehalt liegt bei 4,9%.

Zur Optik: Ein naturtrübes, bernsteinfarbenes Bier. Es hat einen sehr üppigen weißen Schaum.

Zum Geruch: Das Bier riecht sehr sehr brotig und kräftig getreidig

Zum Geschmack: Ich habe ein Bier, das im Antrunk zunächst ein wenig bitter wirkt. Zudem ist das Bier sehr sehr spritzig durch die Kohlensäure. Insgesamt würde ich das Bier als durchaus von getreidigen Noten dominiert betrachten, auch wenn im Nachgang durchaus eine feine Hopfenwürze vorhanden ist. Mir persönlich ist es sogar eine Spur zu bitter und die Kohlensäure ist hier wirklich sehr hoch und dominant. Die getreidigen Noten des Malzes haben durchaus auch einen leicht karamelligen Charakter.

Zum Fazit. Ein wie ich finde doch sehr rustikales Bier mit ordentlich Charakter. Mir ist das bisweilen aber ein bisschen zu viel und so leidet meiner Meinung nach etwas die Süffigkeit. Dennoch ein durchaus gut trinkbares Bier, dem ich eine Wertung von 4 Sternen geben würde.

Veröffentlicht in 4-Sterne

Lindenbräu Tennen Hell

Eine eigene Mälzerei, darüber verfügen heut zu Tage nur sehr wenige Brauereien. Die meisten kaufen ihr Malz fertig gemälzt und braufertig bei einer ausschließlich auf die Malzherstellung spezialisierten Mälzerei. Eine Brauerei die noch über eine eigene Mälzerei verfügt ist die Lindenbräu aus dem mittelfränkischen Gräfenberg. Dort wird auch die Gerste für deren neuestes Bier gemälzt, das Tennen Hell. Der Alkoholgehalt des Bieres liegt bei 5%.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, hellgoldenes Bier. Es hat einen sehr ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Das Bier riecht süßlich. Es hat ganz leichte fruchtige Nuancen.

Zum Geschmack: Das Bier ist sehr erfrischend, prickelt schon im Antrunk und hat einen schönen süßen Abgang, der auch leicht blumige Hopfenoten hat. Es ist ein durchaus würziges helles Bier, das im Körper aber grundsätzlich schön schlank ist. Das Bier ist durchaus süffig und hat auch etwas Hopfenwürze am Gaumen. Dabei ist es auch nicht so süß und die Malzsüße tritt nur in Grundzügen auf. Das Bier wirkt auf mich durchaus süffig mit einem schönen leicht süßlichen aber auch würzigen Abgang, der gut zum schlanken aber dennoch auch vorhandenen Malzkörper passt und diesen gut ergänzt.

Zum Fazit: Ein sauber gebrautes süffiges und würziges Bier. Eventuell ist es auf der Malzseite etwas zu schlank, ansonsten habe ich hier aber wenig zu bemängeln. Das gibt von mir eine Wertung von 4 Sternen.

Veröffentlicht in 4-Sterne

Neder Klassik

Zwar ist der Sommer seit dieser Woche wohl definitiv vorbei, ein bisschen Sommerfeeling kommt aber sehr wohl mit meinem folgenden Testbier auf. Auf der Webseite der Forchheimer Brauerei Neder wird der Bier Klassik als optimaler Durstlöscher auf einer heißen Sommer Grill Party angepriesen. Nichts wünscht man sich im Moment wohl sehnlicher beim Anblick des dauergrauen Himmels. Gebraut wird das Bier mit 3 verschiedenen Malzsorten und kommt auf besitzt Alkoholgehalt von 4,9%.

Zur Optik: Ein leicht tübes, hellgoldenes Bier. Es hat einen ganz ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Das Bier riecht etwas zitronig, leicht hefig und man hat auch eine Spur Hopfen in der Nase.

Zum Geschmack: Ich habe ein Bier mit einer durchaus interessanten Hefearomatik, die eine schöne Zitrusnote mitbringt. Der Körper des Bieres ist schlank und vom Malz kommt nicht so viel, was das Bier in diesem Punkt eher milder macht. Die Kohlensäure ist moderat und prickelt ganz ordentlich und macht das Bier wirklich süffig. Im Abgang hat man schöne Hopfennoten, die auch etwas Zitrus mitbringen. Insgesamt ist es ein mildwürziges Bier mit guter Hopfenaromatik, die aber nicht zu bitter ausfällt. Dennoch sehr süffig und der Hopfen hängt lange am Gaumen nach.

Zum Fazit: Von mir gibt es für das Bier eine Wertung von 4 Sternen. Ein mildwürziges leichtes, aber auch süffiges und erfrischendes Bier aus Franken.

Veröffentlicht in 4-Sterne

Steckenpferd Läuft Pale Ale

Kassel hat eine lange Biertradition, von der heute leider bis auf die mittlerweile in Einbeck gebraut Marke Martini Edel Pils nicht mehr viel übrig ist. Zwischen 2014 und 2016 wurde der Produktionsprozess in Kassel bei der Martini-Brauerei schrittweise zurückgefahren, bis er schließlich vollständig zum Haupteigentümer nach Einbeck verlagert wurde. Damit schloss in Kassel die letzte verbliebene Traditionsbrauerei. Doch das Ende der Kasseler Biertradition war das noch lange nicht, denn im selben Jahre gründete sich die Braumanufaktur Steckenpferd, ein Projekt von Erik Schäfer und Johannes Alt, die sich in einer alten Metzgerei in der Kasseler Innenstadt den Traum von der eigenen Brauerei erfüllten. Seitdem ist die Brauerei stetig gewachsen und zog daher irgendwann in eine größere Produktionshalle um. Nun kann ich heute zum ersten Male ein Bier dieses Brauprojekts vorstellen und habe mich zunächst für das Single Hop Pale Ale mit dem griffigen Namen Läuft entschieden. Der Alkoholgehalt dieses Bieres liegt bei 5,4%.

Zur Optik: Ein naturtrübes, bernsteinfarbenes Bier. Es hat einen ganz ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Man hat ein ganz dezentes Zitrusaroma und auch etwas grasige Hopfennoten.

Zum Geschmack: Ich habe ein Bier, das im Antrunk noch etwas zurückhaltend ist, bei dem sich gegen Abgang aber durchaus auch etwa harmonische, grasige Hopfennoten im Mundbereich entfalten. Es geht dabei auch sehr in die fruchtige Richtung und vor allem das Zitrusaroma des Citra Hopfens kommt wirklich gut zur Geltung. Aber auch etwas Malzsüße ist hier durchaus präsent und auch einen leicht säuerlichen grünen Apfel schmecke ich heraus.

Zum Fazit: Von mir bekommt das Bier eine Wertung von 4 Sternen. Es ist ein frisches, fruchtiges Pale Ale mit schöner Zitrusnote. Hier kann man nichts falsch machen. Der Name ist hier definitiv Programm

Veröffentlicht in 4-Sterne

Raschhofer Märzen

Zweimal Bronze und einmal Silber. Diese Auszeichnungen hat bisher das Raschhofer Märzen bei den European Beer Start Tasting Awards erhalten. Geografisch befinde ich in Oberösterreich unweit der deutschen Grenze im Innviertel. In der dort gelegen Stadtgemeinde Altheim befindet sich die Raschhofer Brauerei, welche mein heutiges Testbier braut. Der Alkoholgehalt des Bieres liegt bei 5,1%.

Zur Optik: Ein klar filtriertes, hellgoldenes Bier. Es hat einen ordentlichen weißen Schaum.

Zum Geruch: Man hat im Geruch ein brotig getreidiges Bier.

Zum Geschmack: Es ist ein erfrischendes Bier, bei dem mir vor allem die Kohlensäure auffällt, die bis in den Abgang ordentlich prickelt. Dennoch bringt das sehr lebendige Bier durchaus auch eine ordentliche Würze mit, die auch noch länger im Mundraum präsent bleibt. Auch im weiteren Trinkverlauf hat man ein Bier, das auch dort noch durchaus würzig ist. Es zeichnet sich vor allem durch seinen nicht zu süßlichen Geschmack und den hopfig würzigen Abgang aus. Im Körper ist es sehr ausgewogen udn weder zu dünn noch besonders kräftig.

Zum Fazit: Von mir bekommt das Bier eine Wertung von 4 Sternen. Wie ich finde wirklich eines der besten österreichischen Märzenbiere, welches sich auf jeden Fall lohnt einmal zu probieren.

Veröffentlicht in 4-Sterne

Gundel Urhell

Ich fahre fort mit meinen Tests und lande mal wieder bei einem fränkischen Bier. Dieses Mal wieder bei der vergleichsweise recht kleinen Brauerei Gundel aus Barthelmsaurach südlich von Nürnberg. Der Alkoholgehalt des Urhell, meines heutigen Testbiers liegt bei 4,9%.

Zur Optik: Ein leicht trübes, hellgoldenes Bier mit passablem Schaum.

Zum Geruch: Das Bier riecht getreidig, urig durchaus auch etwas fruchtig mit leichtem Zitruseinschlag.

Zum Geschmack: Ich habe ein überraschend kräftiges und durchaus süffiges Bier mit leichter Hopfenwürzung am Gaumen, das zum Abgang hin auch etwas süßlich ist und mit einem Hauch von Zitrusaroma ausgestattet ist. Der Körper des Bieres ist insgesamt schlank, aber er hat eine leichte Süße an sich, die in Richtung Abgang sehr schöne, auch fruchtige Zitrusnoten bereithält. Dazu kommt ein ganz klein wenig der Hopfen dazu.

Zum Fazit. Ein gutes, eher würziges Helles Lagerbier, das man wirklich sehr gut trinken kann. Von mir gibt das eine klare Empfehlung und folgerichtig eine Wertung von 4 Sternen.