Die Kulmbacher Brauerei hatte Anfang des Jahres angekündigt, die zu ihr gehörende Hofer Brauerei Scherdel zum Jahresende 2026 stillzulegen und die Produktion der Biere ins Stammwerk nach Kulmbach zu verlagern. Für die 1831 gegründete Brauerei ist dieser Schock nicht die erste existenzielle Notlage, rutschte man doch schon im Jahre 2003 in die Insolvenz. Durch den Einstieg der Kulmbacher Brauerei konnte die Schließung damals abgewendet werden. Wie sich nun aber zeigt, sieht die Brauerei nun trotzdem ihrem unweigerlichen Ende entgegen. Wie bei vielen anderen Schließungen kleinerer Konzerntöchter auch, war die Produktion an mehreren Standorten einfach nicht mehr lukrativ. Gerade in einem so kriselnden Branchenumfeld wie der Bierbranche, in der die Brauereien mit steigenden Kosten und sinkenden Konsumzahlen zu kämpfen haben ist es eben oft nur noch schwer möglich kostendeckend zu produzieren. Nun soll es immerhin die Marke weiterhin geben, welche dann wie so viele andere Marken auch aus den Sudkesseln in Kulmbach kommen wird. Der Ruf des Bieres war zwar schon vor der Schließung nicht unbedingt der beste, ob er sich mit der Produktionsverlagerung nun bessert, darf allerdings stark bezweifelt werden. Nichtsdestotrotz stelle ich heute eines der bekanntesten Scherdel Biere vor, das Edelhell, ein laut Brauerei Pilsbier mit einem ungewöhnlich hohen Alkoholgehalt von 5,3%.
Zur Optik: Ein klar filtriertes, hellgoldenes Bier. Es hat einen ganz ordentlichen weißen Schaum.
Zum Geruch: Es riecht hopfig, aber auch buttrige wie ich finde fast schon auch karamellige und brotige Noten in der Nase.
Zum Geschmack: Im ersten Eindruck ist es ein herb frisches Bier, dass aber zunächst keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Es prickelt am Gaumen und ist ganz ordentlich herb. Zudem hat es aber auch etwas brotiges, leicht karamelliges. Klar schmeckt man auch buttrige Noten. Auch im weiteren Trinkverlauf ist es ein Mix aus dezent hopfigen Noten im Antrunk, bevor es aber im Abgang etwas süßlicher und dann auch getreidger wird. Für ein Pils hat dieses Bier schon viel Körper. Der Hopfen wirkt sogar durchaus ein wenig aromatisch und nicht ganz so billig wie in anderen Scherdel Bieren
Zum Fazit: Eines der besseren Biere aus dieser Brauerei. Ganz solide und doch etwas ungewöhnlich für ein Pils. Von mir gibt es 3 Sterne.