Im heutigen Test geht es in den Hochschwarzwald, zur Rothaus Brauerei. Getestet wird das wohl bekannteste Bier der badischen Staatsbrauerei, das Tannenzäpfle. Dieses Bier ist überregional bekannt und hat auch weit außerhalb des Schwarzwalds zahlreiche begeisterte Fans. Dieses Jahr wird es mit einem besonderen Jubiläumsetikett vertrieben, da das Tannenzäpfle 1956 erstmals auf den Markt kam und somit 60 Jahre alt wird. Die Brauerei Rothaus existiert allerdings schon viel länger, nämlich seit 1791.
So nun aber zum Bier. Es hat eine sehr hellgelbe bis goldene Farbe. Der Schaum ist sehr feinprorig und gut einen Daumen breit. Besonders schön ist außerdem, dass er sehr lange anhält und sich nicht gleich verflüchtigt. Der Geruch ist für ein Pils erstaunlich süß, man bekommt zuerst ein paar brotige und karamellige Noten in die Nase. Hopfennoten, beziehungsweise grasige Noten lassen sich am Anfang nur schwer erriechen, oder halten sich noch dezent im Hintergrund. So verhält es sich zuerst auch im Geschmack. Der erste Eindruck ist, das es für ein Pils zuerst einmal ausgesprochen mild ist. Vor allem im Antrunk kommen schöne malzige Getreidenoten durch, welche auch am Gaumen spürbar sind. Die Herbe kommt erst bei allmählichem Trinken durch, kommt dann aber vor allem im Abgang und dem Mundgefühl nach dem herunterschlucken zur Geltung. Es wirkt fast so als läge sich die Hopfenherbe im Abgang um den Gaumen. Hierbei entsteht auch ein leichtes kratziges Gefühl im Rachen, welches die ätherischen Öle des Hopfens verursachen. Je länger man das Bier trinkt, desto hopfiger wird es auch, jedoch nicht in die klassische grasig herbe, sondern eher in die fruchtig ölige Richtung. Teilweise leichte Anklänge von Mango und Ananas sind zu schmecken, was dieses Bier sehr angenehm macht und dadurch auch sehr süffig wirkt, zumal sich immer wieder süßliche und brotige Noten des sehr gut ausbalancierten Malzbettes bemerkbar machen. Zum Fazit kann ich sagen ein wirklich sehr süffiges ausgewogenes Bier mit einem wirklich ausgewogenen Malzbett. Es fehlt nur noch etwas die pilsige Herbheit. Jedoch vergebe ich sehr gute 4 Sterne für dieses Bier, dass sehr genießbar ist und von dem man durchaus noch ein paar weitere genießen kann.