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Mall Wave

Was in Deutschland seit Beginn der Coronapandemie schon etwas als gescheitert erklärt werden kann, hat sich in den letzten 3 Jahrzehnten in Italien so fest etabliert, wie in kaum einem anderen europäischen Land, nämlich eine stabile Craftbeerszene, deren Bier man nicht nur in speziellen Fachgeschäften oder dem Internet erwerben kann. Wenn man in italienische Supermärkte geht, findet man dort neben einer auch sehr großen Auswahl an internationalen Lagerbieren auch schon sehr lange sehr viele, oft lokal gebraute Craftbiere. Als jemand der schon sehr oft in diesem Land war, konnte ich die Veränderung in Italiens Bierregalen mehr oder weniger live mitverfolgen. Woran das wohl liegt, vermag ich nicht zu beurteilen, aber vermutlich spielt die Wertschätzung der Italiener zu Lebens- und Genussmitteln hier eine entscheidende Rolle und die damit verbundene Bereitschaft, für ein gutes Produkt auch mal ein paar Euro mehr auszugeben. Im nächsten Biertest gibt es nun genau so ein italienisches Craftbier von Mall Brewing. Mall ist ein Brauprojekt von Marco und Roberto und hat seinen Sitz in der norditalienischen Universitätsstadt Padua, die vor allem als Wirkungsstätte von Galileo Galilei bekannt ist. Mit dem Wave habe ich nun ein Bier im Stile eines belgischen Saisonbieres im Test, das auf einen Alkoholgehalt von 6,2%.

Zur Optik: Ein trübes, orange bis Bernstein farbenes Bier mit sehr üppigem und doch stabilen Schaum.

Zum Geruch: Zitrus, Orange und dezente Kräuter zeigen sich in der Nase.

Zum Geschmack: Im Nachgang kommt eine kräutrig bittere Hopfennote. Man hat auch etwas vom Malzkörper dabei, sodass der Abgang harmonisch und nicht zu trocken ist und eine leichte Süße aufweist. Es hat auch eine leichte Säure und erinnert an Mandarine oder Orange. Die Kohlensäure ist sehr lebendig und der Körper des Bieres kräftig aber nicht übermäßig. Der dezente bittere Abgang passt sehr gut zum leicht fruchtig süßen Körper. Auch leicht harzige Noten gesellen sich noch hinzu.

Zum Fazit: Von mir gibt es für das Bier 3 Sterne. Man hat ein harmonisches leichtes, mir persönlich etwas zu milderes Bier, das dennoch typische Noten eines belgischen Saisons aufweist.