Auch das Sester Kölsch ist eine der vielen Kölschmarken die sich inzwischen unter dem Dach der zur Dr. Oettker gehörenden Radenberger Gruppe versammelt haben. Bis 2020 wurden alle diese Marken in der ehemaligen Gilden Brauerei im Stadtteil Mühlheim gebraut, welche von Radeberger in Haus Kölscher Brautradition umbenannt wurde. Nach der Schließung der Brauerei werden die Biere und eben auch das Sester Kölsch per Lohbrauverfahren bei Früh Kölsch gebraut.
Bevor die Marke Sester Kölsch im Radeberger Konzern aufging, war sie jedoch eine eigenständige Brauerei, deren Ursprünge im Jahre 1805 im damals noch nicht zu Köln gehörenden Widdersdorf liegen. Dort gründete Wilhelm Sester seine Brauerei, ehe man 1918 nach Köln-Ehrenfeld umzog, da der alte Standort für die rasch wachsende Brauerei zu klein geworden war. Bekannt war die Brauerei vor allem durch ihre stattlichen Brauereigespanne, welche sich auch heute noch auf den Flaschen der Marke wiederfinden. Bis in die 1970er Jahre hinein wuchs man dann zu einer der größten Kölschbrauereien und beschäftigte zeitweise bis zu 120 Mitarbeiter. Das Ende kam relativ abrupt, als sich die Familie Sester entschloss Marke und Vertriebsrechte 1993 an die Brau und Brunnen AG zu verkaufen. Da man sich jedoch von den Gebäuden und Grundstücken nicht trennen wollte, wurde das Bier seit diesem Zeitpunkt in besagter Gilden Brauerei gebraut welche 2020 schloss. Heutzutage fristet das Sester Kölsch im Portfolio des Radeberger Konzerns eher ein Schattendasein und wird hauptsächlich als billiges Flaschenbier verkauft. Dementsprechend ist auch das Design der Flasche sehr schlicht gehalten. Der Alkoholgehalt liegt bei 4,8%.
Zur Optik: Ein klar filtriertes, goldenes Bier. Es hat einen sehr ordentlichen weißen Schaum.
Zum Geruch: Leicht getreidg süßlich riecht das Bier. Ansonsten ist es eher unspektakulär.
Zum Geschmack: Im ersten Eindruck ist das Bier wirklich süffig. Es ist etwas herb im Abgang, wird dann aber leider doch eher ein wenig metallisch. Im Nachgang ist das ganze doch eher sehr dünn und dieser ist daher auch nicht lange anhaltend. Insgesamt ist das Bier durchaus etwa würzig, aber irgendwie ist es im Abgang auch etwas metallisches und es wirkt auf mich als ganzes einfach recht unrund. Ihm fehlt wenn ich ehrlich bin auch einfach der körper um mehr Geschmack zu erzeugen. Vor allem aber fehlt ihm auch wie ich finde ein wenig die Kohlensäure und so wirkt das Bier insgesamt nicht gut zusammen und sehr einfältig bis langweilig, durchaus auch wässrig. Dazu schmeckt der Hopfen einfach künstlich und hat ein sehr metallisches Aroma. Je länger man das Bier trinkt, desto mehr leidet der Geschmack und gegen Ende hat es dann auch einfach etwas seifiges.
Zum Fazit: Leider heut zu Tage ein absolutes Billigbier. Ich vermute stark, dass es früher deutlich besser geschmeckt haben muss. So ist es aber für mich nahe an der Ungenießbarkeit wegen oben beschriebener Mängel. Absolut nicht zu empfehlen und deshalb meine Empfehlung: Finger Weg! Mit wohlwollen könnte man noch sagen, dass es größten Teils wässrig ist, aber auch das ist nicht wirklich förderlich für den Trinkgenuss.