Der nächste Biertest stammt von der Brauerei Rakovnik, die in der gleichnamigen tschechischen Stadt ihren Sitz hat. Die Geschichte der Brauerei reicht zurück bis ins Jahre 1454, als der böhmische König Ladislav der Stadt das Braurecht verleiht. Daraufhin entstehen viele kleine Brauereien in der Stadt, die über Jahrhunderte die Braukultur der Stadt prägen. Im Zuge der Industrialisierung entschließt sich die Stadt zur Gründung einer größeren Stadtbrauerei im Jahre 1867. Nach einigen turbulenten Phasen über die Zeit des Kommunismus bis hin zur unübersichtlichen Lage nach dem Fall des kalten Vorhangs mit vielen Besitzerwechseln, ist die Brauerei heute eine Aktiengesellschaft. Zwischenzeitlich war die Brauerei sogar einige Jahre geschlossen und die Zukunft schien sehr ungewiss. Trotz dieser turbulenten Zeiten hat es die Brauerei geschafft, unabhängig von größeren Braukonzernen zu agieren und ist heute eine der wenigen tschechischen Grooßbrauereien, die sich nicht in der Hand eines internationalen Konzerns befindet. Die Mehrheit der Aktien befindet sich heute im Besitz eines großen tschechischen Bierhändlers.
Die Biere der Brauerei werden größtenteils unter der Marke Bakalar verkauft und es gibt ein doch sehr großes Sortiment an unterschiedlichen Bierspezialitäten. Von dieser Marke verkoste ich heute das Svetla Destika, welches ein untergäriges Lagerbier ist, das auf einen Alkoholgehalt von 4% kommt und somit etwas leichter als das klassische Lager der Brauerei ist.
Zur Optik: Es ist ein klar filtriertes, hellgoldenes Bier, welches von einem ganz ordentlichen weißen Schaum gekrönt wird.
Zum Geruch: Ich habe ein getreidig brotiges Aroma, das mit gewissen Hofennoten ausgezeichnet ist.
Zum Geschmack: Der erste Schluck ist getreidig mit einer etwas süßlichen Note im Abgang. Das Bier ist eher leicht im Körper und die Kohlensäure prickelt ein wenig am Gaumen. Auch im weiteren Trinkverlauf ist es vor allem ein sehr leichtes Bier, ohne das es geschmacklich groß auffällt. Hier und da zeigt es einen kernig brotigen Geschmack in den Backen, der eher ins süßliche geht und dann auch sogar in die Honigrichtung. Gegen Ende wird es dann am Gaumen auch eine deutliche Spur herber.
Zum Fazit: Ein ganz solides Bier, das jedoch auch aufgrund des geringen Alkoholgehalts, sehr leicht ist und dann und wann ein wenig langweilig. Ich vergebe hierfür 3 Sterne.